Die jüngsten Drohungen aus dem Iran haben international für Aufmerksamkeit gesorgt: Laut Aussagen aus Teheran könnten künftig auch touristische Orte weltweit ins Visier geraten. Parks, Freizeitgebiete und klassische Urlaubsziele seien demnach für bestimmte Personengruppen "nicht mehr sicher".
Diese Drohungen richten sich laut Berichten vor allem gegen Gegner des iranischen Regimes – insbesondere gegen US-amerikanische und israelische Staatsbürger. Das weckt die Befürchtung, dass sich der Konflikt auch auf Ziele außerhalb des Nahen Ostens verlagern könnte.
Schon jetzt wurden beliebte Urlaubsziele wie die Türkei oder auch Zypern zwischenzeitlich in den Konflikt hineingezogen. Ob sich Urlauber deshalb an allen belebten Reisezielen in Europa oder Asien nun Sorgen machen müssen, schätzte Krisen-Experte Mirko Jacubowski vom internationalen Sicherheitsdienstleister A3M gegenüber dem Portal "Reisereporter" ein: "Solche Drohungen dienen häufig der politischen Abschreckung und sind nicht automatisch mit konkreten Anschlagsplänen gleichzusetzen. Sie sollen in erster Linie dazu dienen, Angst zu schüren", beschwichtigt er.
„Sicherheitsbehörden reagieren mit erhöhter Wachsamkeit weltweit.“
Die Situation sei aber auch nicht zu unterschätzen. So könnten touristische Ziele als sogenannte weiche Ziele gelten, da sie vergleichsweise leicht zugänglich seien. "Entsprechend reagieren Sicherheitsbehörden mit erhöhter Wachsamkeit weltweit", erklärt der Sicherheitsexperte.
Deshalb sei die aktuelle terroristische Bedrohung für Reisende auch differenziert zu sehen. In Konfliktregionen wie dem Nahen Osten, in Teilen Afrikas sowie in der Ukraine ist das Gefahrenpotenzial durch Krieg, politische Unsicherheit und Terrorismus besonders hoch. Dies wird auch durch die aktualisierte Risk Map von A3M deutlich, die infolge des Nahostkonflikts überarbeitet wurde.
Neben den erwartbaren Risikogebieten im Nahen Osten wurde dabei unter anderem auch Zypern neu bewertet: Das Land wurde von "geringem Risiko" (hellgrün) auf "erhöhtes Risiko" (gelb) hochgestuft. Für die Türkei blieb die Einstufung hingegen unverändert.