"Israelischen Präsident töten"

IS-Fan (17) stellte in OÖ-Schule Enthauptungen nach

IS-Propaganda in der Klasse: Am Montag wurde der Prozess um einen 17-Jährigen fortgesetzt. Er soll versucht haben, seine Mitschüler zu radikalisieren.
Oberösterreich Heute
01.07.2025, 22:04
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Er leugnete alles: Ein erst 17-Jähriger musste sich schon Ende Mai in Linz vor Gericht verantworten. Die Anklage: Der Schüler soll in seiner Klasse IS-Propaganda betrieben, Gewaltfantasien vorgespielt und versucht haben, Mitschüler zu radikalisieren.

Schüler leugnete Anklage

Die Staatsanwaltschaft wirft dem Teenager unter anderem vor, mehrmals Enthauptungen mit einer imaginären Axt oder Machete nachgeahmt zu haben. Dabei habe er behauptet, so den israelischen Präsidenten töten zu wollen.

"Ich habe nur gemeint, dass er für seine Taten zur Rechenschaft gezogen werden muss", erklärte sich der damals 16-Jährige, für den die Unschuldsvermutung gilt, während des ersten Prozesstages. Für nahezu jeden Anklagepunkt hatte er eine andere Erklärung parat. Sei es der Versuch, seinen muslimischen Glauben vom IS zu distanzieren, oder eine Verschwörung seiner Mitschüler gegen ihn.

Prozess schon wieder vertagt

Die Staatsanwältin befand die Aussagen des Angeklagten als "überhaupt nicht glaubhaft", auch der Richter machte deutlich: Die fünf Zeugenaussagen würden ein ganz anderes Bild von der Situation zeichnen. Doch der 17-Jährige blieb bis zum Schluss dabei: "Ich kann mich nicht für etwas schuldig fühlen, das so nicht stimmt."

Weil ein Zeuge nicht erschienen war und noch mehr angehört werden sollen, wurde der Prozess vertagt. Am Montag sagten noch mehr Lehrer und Mitschüler des Angeklagten aus. Am Nachmittag war dann aber klar: Die Verhandlung wird schon wieder auf unbestimmte Zeit vertagt.

Denn: Einen ehemaligen Mitschüler des 17-Jährigen will die Staatsanwaltschaft unbedingt anhören – ihm wurde durch ein ärztliches Attest aber bescheinigt, dass ihn eine Aussage vor Gericht traumatisieren würde. Ein Gutachten soll jetzt erst einmal klären, ob der Jugendliche vielleicht doch vernommen werden kann.

Gebetsgewand in der Schule

Der Angeklagte soll, wie berichtet, in vielerlei Hinsicht auffällig geworden sein: Unter anderem sei er im Gebetsgewand in die Schule gekommen, habe Mädchen ignoriert und sie nicht anfassen wollen. Auch weibliche Lehrkräfte wollte der Schüler laut Staatsanwaltschaft nicht akzeptieren.

Zudem soll der 17-Jährige seinen Mitschülern Videos und Fotos von Bomben- bzw. Selbstmordanschlägen gezeigt, und sie auch via Snapchat verschickt haben. Angeblich behauptete er stolz, sogar selbst eine Bombe gebastelt zu haben.

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