Israels Sicherheitsminister Itamar Ben-Gvir (50) will den gesamten Gazastreifen unter israelische Kontrolle bringen. Die dort lebenden Palästinenser sollen das Gebiet verlassen und unter anderem in europäischen Ländern eine neue Heimat finden.
Im Interview mit der "Jerusalem Post" erklärte der ultrarechte Politiker: "Wenn Sie mich fragen, was in Gaza getan werden sollte: Wir sollten das gesamte Gebiet erobern. Alles davon." Er begründete seine Forderung mit den Worten: "Es ist unser Land, das Land des jüdischen Volkes. Und wir sollten die Auswanderung fördern."
Ben-Gvir beruft sich dabei auf US-Präsident Donald Trump, der im Februar 2025 eine Umsiedlung von rund zwei Millionen Menschen aus Gaza vorgeschlagen hatte. "Das ist ein sehr guter Plan, den Donald Trump vorgeschlagen hat: die Auswanderung zu fördern", sagte der Minister.
Als mögliche Zielländer nannte er Frankreich und Großbritannien. "Warum schicken wir sie nicht zum Beispiel nach Frankreich? Gebt ihnen gute Bedingungen in anderen Ländern, vielleicht Großbritannien, London oder an Orten wie diesen."
Laut "Jerusalem Post" verbreitete Ben-Gvir zuletzt auch KI-generierte Videos, die zeigen sollen, wie Menschen aus Gaza nach Paris gebracht werden.
Auf die Frage nach Palästinensern, die ihre Heimat nicht verlassen wollen, verwies Ben-Gvir auf den Hamas-Terrorangriff vom 7. Oktober 2023. Seiner Ansicht nach sei die Beteiligung an den damaligen Verbrechen weit über einzelne Täter hinausgegangen. Daraus leitete er ab, dass sich die Betroffenen nicht mehr auf Gaza als ihre Heimat berufen könnten.
Auch im israelischen Kabinett habe er wiederholt ein schärferes militärisches Vorgehen gefordert. "Lasst uns Gaza bombardieren. Lasst uns gezielte Tötungen durchführen", habe er erklärt. Dazu sagte er: "Stellen Sie sich vor, sie hätten auf mich gehört."
Ben-Gvirs Partei Otzma Yehudit zählt zu den wichtigen Partnern von Ministerpräsident Benjamin Netanyahu. In der nächsten Regierung möchte der 50-Jährige Verteidigungsminister werden.
Israels internationales Ansehen sei ihm zwar wichtig, allerdings nicht um jeden Preis. "Ich werde nicht das Leben von Kämpfern, Soldaten oder Zivilisten hier gefährden, nur weil ich möchte, dass Israel in den Augen der Welt gut aussieht."