Sexuelle Belästigung trifft nicht nur Frauen: Laut AK-Studie berichten Männer im Job von Anstarren (14 %) und sexistischen Witzen und Abwertungen (14 %). Unerwünschten Körperkontakt erlebten sechs Prozent aller befragten Männer. Körperliche Übergriffe hat am Arbeitsplatz schon jeder 25. Mann selbst erlebt oder beobachtet – ein Signal, dass gleichermaßen Männer und Frauen im Job geschützt werden müssen.
Erst der Blick auf die Frauen zeigt das volle Ausmaß: Rund 6 von 10 Frauen erlebten geschlechtsbezogene Belästigung, fast jede Zehnte sogar körperliche Übergriffe. Häufig geht es um Anstarren (41 %), sexistische Sprache (38 %) und unerwünschten Körperkontakt; viele Vorfälle werden erst gar nicht gemeldet.
Wie die Statistik zeigt, sind die Täter meist männliche Kollegen. Jede dritte Betroffene nennt die eigene Führungskraft! Die Zahlen belegen außerdem: ein gutes Betriebsklima senkt das Risiko auf Übergriffe und Belästigung am Arbeitsplatz.
"Wenn wir Frauen bestmöglich am Arbeitsmarkt integrieren wollen und wenn wir wollen, dass sie auch verstärkt in sogenannten 'Männerbranchen' Einzug halten, dann ist dafür eine entsprechende Arbeitskultur notwendig und ein Klima, das respektvoll, fair und wertschätzend ist", sagt AK NÖ-Präsident und ÖGB NÖ-Vorsitzender Markus Wieser.
Hintergrund: Die Ergebnisse wurden beim Frauen-Forum 2025 in St. Pölten präsentiert; die Presseaussendung verweist zudem auf das ILO-Übereinkommen 190, das in Österreich seit 11. September 2025 gilt.
Bist du von sexueller Belästigung am Arbeitsplatz betroffen? Wende dich an die AK Niederösterreich, Arbeitsrechtsberatung, unter +43 5 7171 22000. Die AK bietet kostenlose Rechtsberatung, hilft bei Beweissicherung und Dokumentation, prüft Ansprüche nach dem Gleichbehandlungsgesetz, unterstützt bei innerbetrieblichen Schritten (z. B. Meldung, Betriebsrat, Fürsorgepflicht des Arbeitgebers).
Falls nötig, kann die Arbeiterkammer Mitglieder auch vor dem Arbeits- und Sozialgericht vertreten. Zusätzlich berät die Gleichbehandlungsanwaltschaft vertraulich & kostenlos (Hotline 0800 206 119).