Was sich Anfang Februar in der Steiermark abgespielt haben soll, ist selbst für erfahrene Ermittler schwer zu ertragen. Drei Jugendliche sollen laut "Kleine Zeitung" einen jungen Mann gezielt in eine Wohnung gelockt haben. Der Vorwand: ein sexuelles Treffen mit einer jungen Frau. In Wahrheit wartete auf das Opfer ein wahres Martyrium.
Bei den Tatverdächtigen handelt es sich um eine Steirerin, einen Steirer sowie einen jungen Mann aus einem EU-Land. Alle drei sind zwischen 16 und 17 Jahre alt und gelten als amtsbekannt. Der geistig leicht beeinträchtigte Jugendliche wurde mit falschen Sex-Versprechungen in eine Wohnung in einer steirischen Stadt gelockt. Dort wurde er laut Ermittlungen auf teils widerwärtige Weise gedemütigt und misshandelt.
Eine mit dem Fall vertraute Person zeigt sich gegenüber der "Kleinen Zeitung" erschüttert: "Diese drei Jugendlichen haben den jungen Mann auf grausame Art und Weise erniedrigt." Noch das harmloseste Detail sei gewesen, dass sich das Opfer nackt in eine Badewanne setzen und im Intimbereich rasieren musste.
Im Zuge der teilweise abartigen Handlungen erlitt der Jugendliche auch Verletzungen. Die Tortur dauerte mehrere Stunden. Dabei filmten die Tatverdächtigen ihre Taten und teilten die Videos auf einer sozialen Plattform. Die Demütigung für das Opfer wurde dadurch noch größer. Für die Polizei dienen die Aufnahmen nun als wichtiges Beweismaterial.
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Rat auf Draht: 147
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Polizei-Notruf: 133
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Schließlich gelang dem Jugendlichen unter nicht bekannten Umständen die Flucht aus der Wohnung. Seine Kleidung war nicht mehr brauchbar, da sie von den Tätern in die gefüllte Badewanne geworfen worden war. Fast nackt begab sich der Bursche zu einer nahegelegenen Polizeiinspektion und zeigte den Vorfall an.
Die tatverdächtigen Jugendlichen konnten rasch von den Beamten ausfindig gemacht werden. Laut "Kleine Zeitung" sollen sie sich grundsätzlich geständig zeigen. Die Ermittler haben nun die schwierige Aufgabe zu klären, wer dem Teenager welche Misshandlungen zugefügt hat. Die Tatverdächtigen befindet sich mittlerweile in einer Justizanstalt.
Für die tatverdächtigen Jugendlichen gilt die Unschuldsvermutung.