Der als enger Vertrauter von Russlands Präsident Wladimir Putin geltende Ramsan Kadyrow steht bei der anstehenden Parlamentswahl im September nicht auf der Kandidatenliste der Regierungspartei Einiges Russland.
Das sorgt für Aufsehen, da er seit 2007 regelmäßig auf der Liste vertreten war.
Kadyrow ist seit 2010 Präsident der russischen Teilrepublik Tschetschenien und steht international wegen schwerer Menschenrechtsverletzungen in der Kritik.
In den vergangenen Monaten gab es zudem Berichte über eine mögliche Erkrankung des tschetschenischen Politikers.
Wie t-online unter Berufung auf die russische Oppositionsplattform Meduza berichtet, ist dies das erste Mal seit fast zwei Jahrzehnten, dass Kadyrow nicht auf der Wahlliste für das russische Parlament steht.
Putin war erst kürzlich überraschend beim Parteitag von Einiges Russland erschienen, um die Mitglieder auf die bevorstehenden Wahlen einzuschwören.
Dies wurde als Reaktion auf sinkende Zustimmungswerte gedeutet – zuletzt fiel Putins Popularitätsrate erstmals unter 60 Prozent.
Für Putin ist Kadyrow aus innen- wie machtpolitischen Gründen wichtig. Der tschetschenische Machthaber stoppte mit harter Hand die Autonomiebestrebungen in der Region und band lokale Eliten an den Kreml. Dies brachte ihm auch den Beinamen "Bluthund" ein.