Stephanie S. hat seit ihrem 17. Lebensjahr gearbeitet. Dann kam der große Schicksalsschlag: Die heute 50-Jährige erlitt im Juli 2023 eine Hirnblutung. Sie überlebte, leidet aber bis heute unter den schlimmen Folgen. Gleichzeitig kümmert sie sich allein um ihren bald elfjährigen Sohn: "Man ist einfach nur verzweifelt und weiß nicht, wie es weiter gehen soll und wo man um Hilfe bitten kann."
Die Wienerin arbeitete bisher hauptsächlich im Büro, nebenbei auch als Aerobic-Trainerin und Make-up-Artist. Nach zwei Fehlgeburten wurde sie spät Mutter. Bereits nach der Karenz sei es beruflich schwierig geworden.
Im März 2023 fand sie nach langer Jobsuche wieder eine Stelle. Vier Monate später erlitt sie die Hirnblutung.
Nach zwei Wochen im Spital musste die Frau aus Wien-Favoriten rasch wieder für ihren Sohn da sein. Der Vater konnte ihn nur eine Woche betreuen, danach sprang die Familie ein. Eine geplante stationäre Reha sagte die Wienerin wegen der fehlenden Betreuung ab.
"Ich weiß bis heute nicht, wie ich das geschafft habe", sagt sie zu "Heute". Nach nur wenigen Wochen Krankenstand ging sie auch wieder arbeiten. Im März 2024 folgte eine weitere persönliche Katastrophe: Sie wurde gekündigt.
Bis jetzt leidet sie unter chronischen Kopfschmerzen, Schlafstörungen, Gedächtnis- und Konzentrationsproblemen sowie Doppelbildern. Gerade die Sehstörung macht ihr die Arbeit am Computer schwer. "Ich kann nicht mehr", sagt sie.
Vor allem wegen dieser Augenprobleme findet sie schwer einen neuen Job. Eine Augenärztin soll ihr diesen Tipp gegeben haben: "Kleben Sie sich ein Auge zu, dann gibt es das Problem mit den Doppelbildern nicht mehr."
"Ich konnte es nicht glauben, dachte mir: Meint die das jetzt ernst oder will sie mich verarschen?", erzählt Stephanie S. Trotz dieser großen körperlichen Probleme bekommt sie keine Berufsunfähigkeitspension, im August wurde der Antrag abgelehnt.
Die große Frage bleibt, welche Arbeit die 50-Jährige mit ihren gesundheitlichen Einschränkungen überhaupt noch ausüben kann. Dazu kommt die Betreuung ihres Sohnes, besonders während der neunwöchigen Sommerferien.
Unterstützung aus der Familie ist kaum möglich. Ihre 87-jährige Mutter ist selbst gesundheitlich schwer beeinträchtigt, ihr Bruder liegt mit akuter Leukämie im Spital. Finanzielle Reserven hat Stephanie S. keine.
Nach Jahren voller Arzttermine, Reha-Versuche und Behördenwege ist die Alleinerzieherin erschöpft. "Man hat sein Leben lang gearbeitet. Und dann passiert einem so etwas", sagt sie resignierend zu "Heute". Dann fragt sie: "Wie soll ich das bitte schaffen?"