EUDI-Wallet kommt

Kaum einer weiß, dass sich der Ausweis für immer ändert

Der digitale EU-Ausweis startet in wenigen Wochen. Doch 62 Prozent haben noch nie von der digitalen Ausweis- und Brieftasche gehört.
08.11.2026, 18:57
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Fast die Hälfte der Menschen in Österreich kann sich vorstellen, künftig die europäische digitale Identitäts-Wallet zu nutzen. Gleichzeitig haben 62 Prozent noch nie von der EUDI-Wallet gehört. Besonders aufgeschlossen sind jüngere Menschen, wie eine Umfrage von A-Trust zeigt. Die EUDI-Wallet soll künftig wichtige Ausweise und persönliche Nachweise digital verfügbar machen. In Österreich ist das Angebot allerdings noch wenig bekannt.

Laut einer repräsentativen Befragung von A-Trust haben 62 Prozent der Befragten noch nie davon gehört. Trotzdem können sich insgesamt 49 Prozent vorstellen, die digitale Brieftasche im Alltag zu verwenden. Besonders groß ist das Interesse bei jüngeren Menschen: In der Altersgruppe der 16- bis 29-Jährigen liegt die Nutzungsbereitschaft bei 59 Prozent, bei den 30- bis 49-Jährigen bei 56 Prozent. Mit zunehmendem Alter sinkt die Zustimmung.

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Bei den 50- bis 64-Jährigen sind es 43 Prozent, bei Personen ab 65 Jahren 38 Prozent. Für die Umfrage wurden zwischen 13. und 21. August 2026 insgesamt 1.068 Menschen in Österreich befragt.

Ausweise und Behördengänge besonders gefragt

Welche Anwendungen sich die Befragten vorstellen können, zeigt das Interesse an konkreten Alltagssituationen. 70 Prozent würden die EUDI-Wallet für Ausweisdokumente nutzen, 53 Prozent für Behördengänge.

Auch Gesundheitsdaten (47 Prozent) und rechtsgültige digitale Unterschriften (44 Prozent) sind mögliche Einsatzbereiche. Online-Identifikation, Bezahlen und Tickets wurden ebenfalls genannt.

Ein wichtiger Bestandteil der digitalen Brieftasche soll die Kontrolle über persönliche Daten sein. Nutzer sollen selbst entscheiden können, welche Informationen sie weitergeben. Für einen Altersnachweis könnte etwa die Bestätigung der Volljährigkeit genügen, ohne das genaue Geburtsdatum preiszugeben.

Vertrauen in Datensicherheit noch gering

Beim Datenschutz sind die Erwartungen hoch: Für 92 Prozent ist Datenschutz wichtig oder sehr wichtig. 87 Prozent zählen Datensicherheit und den Schutz vor Missbrauch zu den drei wichtigsten Voraussetzungen für die Nutzung. 62 Prozent wollen selbst kontrollieren können, wer welche persönlichen Daten einsehen darf.

Beim Vertrauen in die Datensicherheit zeigt sich allerdings noch Zurückhaltung. Nur 31 Prozent haben großes oder eher großes Vertrauen in die Sicherheit der EUDI-Wallet. 38 Prozent antworteten mit "teils/teils", weitere 31 Prozent bewerteten ihr Vertrauen als eher oder sehr gering.

Für A-Trust-Chef Markus Vesely ist deshalb nicht nur die technische Sicherheit entscheidend. Nutzer müssten auch nachvollziehen können, wie ihre Daten geschützt und verwendet werden.

Die Umfrage zeige, dass die Bereitschaft zur Nutzung vorhanden sei, die Bekanntheit und das Vertrauen aber noch wachsen müssten.

red, 08.11.2026, 18:57
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