Fehlende Förderungen

Kein Geld: Aus für Hollywood-Drehs in Österreich

"The White Lotus" und "Die Tribute von Panem" hätten in Wien und Salzburg gedreht werden sollen. Der Sparkurs der Regierung verhindert das.
Heute Entertainment
26.06.2025, 08:01
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Ob beeindruckende Alpenlandschaften oder urbane Szenerien wie in Wien – Österreich bietet eine Vielzahl spektakulärer Filmkulissen. Kein Wunder also, dass das Land bereits mehrfach als Drehort für große Hollywood-Produktionen diente.

Erst vor Kurzem wurde Hallstatt für das Spin-off zur John-Wick-Filmreihe "From the World of John Wick: Ballerina" als blutige Kulisse hergenommen. Auch die zweite Staffel der Amazon-Serie "Nine Perfect Strangers" wurde hier gedreht. Nun hätten in Österreich weitere Film-Großprojekte stattfinden sollen. So war etwa geplant, Teile der neuen, vierten Staffel der Kult-Serie "The White Lotus" (auf Sky) im Hotel Sacher in Wien oder Salzburg zu drehen. Doch aufgrund ausbleibender Fördermittel der Regierung wird das nicht passieren.

Die Dreharbeiten hätten den langersehnten Tourismusboom gebracht

Die Filmförderung "Fisa+" des Wirtschaftsministeriums ist momentan nicht verfügbar. Somit ist es Filmemachenden nicht möglich, Beiträge einzureichen.

Das war der Produktionsfirma HBO wohl zu unsicher, die haben deswegen ihr Angebot zurückgezogen und werden jetzt wohl in einem anderen Land drehen. Schade für Österreich ist es allemal, da die Drehorte der Serie immer einen Tourismusboom mit sich bringen. Und den könnte das Alpenland gut vertragen.

Kulissen werden gestürmt

Die vorherigen Staffeln wurden in Hawaii, Sizilien und Thailand aufgezeichnet. Nach dem weltweiten Hype um die Serie, in der auch Schwarzenegger-Sprössling Patrick Schwarzenegger (31) mitspielt, werden Orte wie das Four Seasons Resort auf Koh Samui, aber auch Destinationen in Phuket und Bangkok gerne besucht. Rund 20 Prozent mehr Touristen konnten diese verzeichnen.

US-Blockbuster hätte in Österreich stattfinden können

Laut "Standard" hätte auch das Prequel "Die Tribute von Panem – The Ballad of Songbirds and Snakes" in Österreich gedreht werden sollen. 25 Drehtage waren bereits im Gasteinertal und in Tirol eingebucht. Die "Hunger-Games"-Franchise hat bereits über 3,3 Milliarden Dollar weltweit eingespielt. Doch auch bei der geplanten Blockbuster-Produktion standen fehlende Förderungen und dadurch entstandene, logistische Hürden im Weg – es musste abgesagt werden. Gefilmt wurde stattdessen in Berlin und nicht in Österreich.

Förderungen sind leer

Seit Monaten liegt die Filmstandortförderung FISA+ in Österreich auf Eis. Das Geld, das für internationale Filmproduktionen wie "Hunger Games" und "White Lotus" zur Verfügung hätte stehen sollen, gibt es nicht mehr.

Österreich war als Drehort zuletzt nicht nur wegen seinen Kulissen so attraktiv, sondern auch wegen der zu erwartenden Förderung von 30 Prozent. Aufgrund der zahlreichen, bereits stattgefunden Dreharbeiten anderer Filme ist die Förderung bereits verbraucht. Daher steht für die Mega-Produktionsunternehmen HBO und Lionsgate kein Geld mehr zur Verfügung – sie mussten sich zurückziehen.

Ex-Vizekanzler: "Ein Trauerspiel made in Austria"

Grünen-Chef und Ex-Vizekanzler Werner Kogler zeigt sich auf Instagram erzürnt über die Dreh-Stopps: "Internationale Filmproduktionen wie 'White Lotus' würden Österreich Millionen an Wertschöpfung, Jobs und weltweite Sichtbarkeit bringen. Genau dafür haben wir Grüne das Filmfördermodell FISA+ geschaffen. Doch statt diese Chance zu nutzen, bleibt die Bundesregierung säumig", kritisiert er.

"Wegen eines Antragsstopps wandern Produktionen ab, bevor sie überhaupt begonnen haben. Das schadet nicht nur der Filmbranche, sondern der gesamten heimischen Wirtschaft. Wir haben das Modell erfolgreich aufgesetzt – und jetzt lässt es die Regierung es sehenden Auges gegen die Wand fahren. Ein Trauerspiel made in Austria. Die Regierung – allen voran Andreas Babler – muss dringend handeln!", schäumt Kogler.

{title && {title} } red, {title && {title} } Akt. 26.06.2025, 10:44, 26.06.2025, 08:01
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