Kaum steigen die Temperaturen, beginnt auch die Zeckensaison. Die Blutsauger lauern im hohen Gras und können gefährliche Krankheiten wie Borreliose übertragen. Jetzt sorgt eine Studie aus Kanada für Aufsehen: Ausgerechnet eine einfache Schicht aus Hackschnitzeln könnte Zecken auf Wanderwegen wirksam fernhalten.
Forscher der Universität Ottawa testeten Wanderwege, die mit Hackschnitzeln bedeckt wurden. Der Effekt: Gräser und andere Pflanzen, auf denen Zecken normalerweise auf ihre Wirte warten, wachsen dort deutlich schlechter.
Das Ergebnis überrascht: Auf den präparierten Wegen fanden die Wissenschafter rund 50 Prozent weniger Zecken als auf unbehandelten Strecken.
Noch deutlicher fiel der Effekt aus, wenn die Holzschnitzel zusätzlich mit einem Insektenschutzmittel behandelt wurden. Auf diesen Wegen konnten die Forscher nahezu keine Zecken mehr nachweisen.
Der große Vorteil: Statt Insektenschutzmittel großflächig im Wald zu versprühen, könnte es gezielt auf Wanderwegen eingesetzt werden. Das würde viele andere Insekten und die Umwelt deutlich stärker schonen.
Zecken können die Lyme-Borreliose übertragen – eine der häufigsten Infektionskrankheiten, die durch Zeckenstiche ausgelöst wird. In Österreich ist sie jedoch nicht meldepflichtig. Es wird geschätzt, dass jährlich 25.000 bis 70.000 Menschen erkranken.
Typische Warnzeichen sind eine ringförmige Hautrötung rund um die Einstichstelle, grippeähnliche Beschwerden sowie später mögliche Nerven- oder Gelenkprobleme. Experten raten deshalb, Symptome nach einem Zeckenstich rasch ärztlich abklären zu lassen.
Ob Hackschnitzel oder nicht, Experten empfehlen lange Kleidung, geschlossene Schuhe und Zeckenschutzmittel für Haut und Kleidung. Nach jedem Ausflug in Wald oder Wiese sollte der Körper gründlich abgesucht werden – besonders Kniekehlen, Achseln, Leisten und der Haaransatz sind beliebte Stellen für die kleinen Parasiten.
Wird eine Zecke entdeckt, sollte sie möglichst rasch mit einer Pinzette oder Zeckenkarte entfernt werden. Je schneller das passiert, desto geringer ist das Risiko einer Übertragung von Borreliose-Erregern.