Kickl gratulierte Doping-Sündern noch am Dienstag

Der Dopingfall rund um die österreichischen Langläufer Max Hauke und Dominik Baldauf wird auch zum Problem für die österreichische Polizei.
Österreichs Sportwelt steht unter Schock. Bei der Heim-WM in Seefeld holt ein neuerlicher Doping-Skandal die Nordischen im ÖSV ein. Bei einer Razzia im WM-Ort wurden am Mittwoch fünf Athleten (zwei Österreicher, zwei Esten und ein Kasache) festgenommen. Bei den rot-weiß-roten Langläufern handelt es sich um Max Hauke und Dominik Baldauf.

Kurios: die beiden ÖSV-Sportler wurden von den eigenen Kollegen festgenommen, denn Hauke und Baldauf sind Polizeisportler. Und werden nach dem Zugriff in der Aktion "Aderlass" zum Problem für das Innenministerium.

Denn nur einen Tag vor dem Auffliegen des Dopingskandals zeigte sich die Exekutive besonders stolz auf die Polizeisportler. Zum "überraschenden 6. Platz im Langlauf-Teamsprint liefen die Polizisten Dominik Baldauf und Max Hauke, die beide ebenfalls im Spitzensportkader des Innenministeriums sind", jubelte die Landespolizeidirektion Tirol noch in einer Aussendung.

CommentCreated with Sketch.12 zu den Kommentaren Arrow-RightCreated with Sketch. Auch Innenminister Herbert Kickl (FPÖ) gratulierte als "oberster Polizist" den beiden Uniformierten zu "diesen hervorragenden Ergebnissen". Die Leistungen würden zeigen: "das Ausbildungssystem des Innenministeriums wirkt." Nur einen Tag später, nach dem Auffliegen des Dopingskandals, ist die Aussendung gelöscht.

Den beiden Polizeisportlern drohen nun auch von Seiten des Innenministeriums Konsequenzen. Es werden dienstrechtliche Maßnahmen geprüft. "Wir haben aufgrund der heute bekannt gewordenen Umstände – gemeinsam mit den Dienstbehörden der zuständigen Landespolizeidirektionen – eine sofortige Prüfung des Ausschlusses aus dem Kader der polizeilichen Spitzensportler sowie eine Prüfung der Beendigung der Dienstverhältnisse eingeleitet", so Karl Hutter, Leiter der Präsidialsektion im Innenministerium.

"Für das BMI gilt jedenfalls das Null-Toleranz-Prinzip, wenn es um die Anwendung von unerlaubten Wirkstoffen und Methoden zu Dopingzwecken geht", so Hutter weiter.



Die Aussendung (Quelle: Screenshot)

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