FPÖ-Chef Herbert Kickl fordert einen sofortigen Stopp der österreichischen Staatsbürgerschaft für Asylberechtigte. Er lehnt auch Erleichterungen für in Österreich geborene Kinder von Einwanderern ab. Gleichzeitig nimmt er ÖVP und Bundeskanzler Christian Stocker in die Pflicht. Bei der nächsten Gelegenheit wolle die FPÖ testen, ob die ÖVP ihren Ankündigungen tatsächlich Taten folgen lässt.
Kickl bezeichnete die Staatsbürgerschaft als besonders schützenswertes Gut. Angesichts steigender Einbürgerungszahlen seien aus seiner Sicht Verschärfungen notwendig. Eine automatische Vergabe an Kinder von Einwanderern, die in Österreich geboren werden, komme für ihn nicht infrage.
Der FPÖ-Obmann wirft der ÖVP vor, bei der Staatsbürgerschaftspolitik nicht konsequent zu handeln. Obwohl Kanzler Stocker das Thema nun als wichtiges Anliegen darstelle, habe die Volkspartei in dieser Gesetzgebungsperiode bereits zweimal FPÖ-Anträge für ein Ende der Staatsbürgerschaftsvergabe an Asylberechtigte abgelehnt. Ein weiterer Antrag sei im September vertagt worden, so Kickl.
Die FPÖ werde der ÖVP deshalb schon bei der nächsten Gelegenheit eine politische "Nagelprobe" stellen. Kickl verwies dabei auch auf andere Themen wie das Verbot des politischen Islam und die ORF-Haushaltsabgabe. Bei diesen Vorhaben habe die ÖVP aus seiner Sicht ihre Versprechen nicht eingelöst.
Zur Begründung seiner Forderung verwies Kickl auf die Einbürgerungszahlen. Nach seinen Angaben seien 2025 und im ersten Halbjahr 2026 mehr als 25.000 Menschen mit Wohnsitz in Österreich eingebürgert worden. Syrer und Afghanen hätten dabei fast ein Drittel ausgemacht.
Kickl spricht in diesem Zusammenhang von einem "Einbürgerungstsunami" und stellt einen Zusammenhang mit der Fluchtbewegung seit 2015 her. Seine politische Forderung: Asyl solle Schutz vor Verfolgung auf Zeit bieten, am Ende müsse die Rückkehr ins Herkunftsland stehen und nicht die österreichische Staatsbürgerschaft.