"Standort Österreich stärken"

Regierungs-Duo auf Milliarden-Mission in Abu Dhabi

Minister Hattmannsdorfer und Staatssekretär Pröll wollen bei neuem Chemieriesen mit Abu-Dhabi-Beteiligung Jobs und Forschung in Österreich absichern.
03.11.2026, 14:25
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Österreich spielt plötzlich in der obersten Liga der weltweiten Chemieindustrie mit. Mit Borouge International ist einer der größten Kunststoffkonzerne der Welt entstanden. Der ursprünglich kommunizierte Unternehmenswert: rund 60 Milliarden US-Dollar. Die Konzernzentrale soll in Wien bleiben.

Wirtschaftsminister Wolfgang Hattmannsdorfer (ÖVP) besuchte jetzt das Borouge Innovation Centre in Abu Dhabi. Dort traf er die Führung des neuen Mega-Konzerns. Seine Mission: Österreich soll vom Milliarden-Deal profitieren.

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Hauptsitz Wien

Hinter dem Zusammenschluss stehen die österreichische Borealis, Borouge aus Abu Dhabi und die nordamerikanische NOVA Chemicals. Gemeinsam bilden sie den weltweit viertgrößten Polyolefin-Produzenten.

Seit dem Abschluss der Transaktion am 31. März 2026 läuft die Zusammenführung der Unternehmen. Dabei geht es nicht nur um Milliarden, sondern auch um wichtige Arbeitsplätze und Forschungsstandorte in Österreich.

Hattmannsdorfer erklärt: "Mit Borouge International ist einer der größten Chemiekonzerne der Welt entstanden – mit Hauptsitz in Österreich. Unsere langjährige Partnerschaft mit den Vereinigten Arabischen Emiraten ist dafür eine starke Grundlage."

„Wirtschaftspatriotismus bedeutet für mich, internationale Partnerschaften zu stärken und zugleich unsere Standortinteressen selbstbewusst zu vertreten.“
Wolfgang Hattmannsdorfer Wirtschaftsminister (ÖVP)

Jetzt gehe es darum, die Integration rasch voranzubringen und das geplante Österreich-Paket konsequent umzusetzen.

So profitiert Österreich

Ein eigenes Österreich-Paket soll sicherstellen, dass der Standort nicht unter die Räder kommt. Fünf Punkte wurden vereinbart:

Wien bleibt Zentrale: Wichtige Managementfunktionen sollen in Österreich bleiben.
Forschung in Linz: Der Forschungsstandort wird abgesichert.
Wiener Börse: Ein Doppel-Listing der Aktie wird angestrebt.
OMV-Raffinerien: Langfristige Lieferverträge sollen die heimische Industrie stärken.
Mitspracherecht: Beide Eigentümerseiten sollen im Aufsichtsrat gleichberechtigt vertreten sein.

Auch KI spielt große Rolle

Digitalisierungs-Staatssekretär Alexander Pröll (ÖVP), in Abu Dhabi ebenfalls mit dabei – sieht vor allem bei der Forschung enormes Potenzial.

"Hier bei Borouge International sieht man, mit welchem Tempo die Emirate in Forschung, Daten und Künstliche Intelligenz investieren. Dass die Forschung von Borouge International in Linz abgesichert ist, ist deshalb ein starkes Signal", betont Pröll.

Für Hattmannsdorfer und Pröll ging sich in Abu Dhabi auch ein Selfie mit KI-Guru Sam Altman, Mitgründer und Chef von OpenAI (ChatGPT) aus.
BKA/Pröll
„Die Chemie der Zukunft wird mit Daten und KI entwickelt, und das soll in Österreich passieren.“
Alexander Pröll Digitalisierungs-Staatssekretär (ÖVP)

Österreich müsse dafür aber selbst liefern. Wer einen Weltkonzern in Wien halten wolle, brauche einen Staat, der digital, schnell und unbürokratisch arbeite.

Mit am Tisch

Hinter dem Mega-Konzern stehen mit der OMV und der emiratischen Investmentgesellschaft XRG zwei gleichberechtigte Eigentümer. Beide halten jeweils rund 50 Prozent.

Auch der österreichische Staat sitzt indirekt mit am Tisch: Die Staatsholding ÖBAG hält 31,5 Prozent an der OMV.

sea, Akt. 03.11.2026, 14:27, 03.11.2026, 14:25