Der Zettelflut nach dem Einkaufen ist der Kampf angesagt. Denn seit gut einem Monat gelten in Österreich neue Regeln für Kassazettel. Rechnungen können nun einfacher digital ausgestellt werden, etwa beim Bäcker ums Eck oder im Gasthaus.
Finanzminister Markus Marterbauer (SPÖ) will damit Betriebe entlasten und einen Beitrag zum Umweltschutz leisten (Papier sparen). Aus Anlass der neuen Regeln soll zudem das Bewusstsein geschärft werden, dass die Mitnahme von Belegen (ob analog oder digital) im Kampf gegen Steuerbetrug hilft.
Die Zettelwirtschaft an den Kassen ist jedenfalls gewaltig. "Laut Schätzungen werden in Österreich täglich rund 1.500 Kilometer Kassazettel ausgedruckt", sagt Finanzstaatssekretärin Barbara Eibinger-Miedl (ÖVP). Damit soll nun zumindest teilweise Schluss sein. Kunden können ihre Rechnung jetzt einfacher per E-Mail oder App erhalten. Erlaubt ist auch, dass der elektronische Beleg auf einem Gerät angezeigt und zur Verfügung gestellt wird.
„Laut Schätzungen werden in Österreich täglich rund 1.500 Kilometer Kassazettel ausgedruckt.“Barbara Eibinger-Miedl Finanzstaatssekretärin (ÖVP)
Wer weiterhin einen klassischen Kassenzettel aus Papier möchte, bekommt ihn weiterhin. Die Pflicht für Unternehmen, eine Rechnung auszustellen, bleibt bestehen.
Ob am Handy oder auf Papier, eine Rechnung mitnehmen sollten Kunden jedenfalls. Marterbauer: "Die Frage 'Brauchen Sie eine Rechnung?' sollte man immer mit 'Ja' beantworten. Ich mache das bei jedem Restaurantbesuch und in jedem Geschäft." Das helfe dabei, Steuerbetrug zu erschweren.
Unter dem Motto "Rechnung mitnehmen rechnet sich" startet das Finanzministerium jetzt eine Infokampagne.
Das Amt für Betrugsbekämpfung im Finanzministerium hat im Oktober einen Schwerpunkt seiner Kontrollen auf die korrekte Erteilung von Belegen gelegt. Zwischen Mitte und Ende Oktober überprüfte die Finanzpolizei österreichweit 707 Betriebe und 1.600 Personen.
„Die Frage 'Brauchen Sie eine Rechnung?' sollte man immer mit 'Ja' beantworten. Ich mache das bei jedem Restaurantbesuch und in jedem Geschäft.“Markus Marterbauer Finanzminister (SPÖ)
Dabei zeigte sich, dass die Nutzung des digitalen Belegs noch nicht sehr verbreitet ist; hier kam es nicht zu nennenswerten Verstößen.
Aber: In 130 Fällen wurden insgesamt 260 einzelne Verstöße gegen die Registrierkassenpflicht dokumentiert.
Dazu kamen 113 Verstöße bei der Ausstellung von Rechnungen. Besonders auffällig: In 85 Fällen wurde überhaupt kein Beleg ausgestellt, in sieben weiteren nur auf ausdrückliche Nachfrage.