Schon acht Fälle in Österreich

Nägel in Naschereien – Polizei hat dringenden Appell

In Österreich wurden bereits acht Fälle von manipulierten Halloween-Süßigkeiten gemeldet. Eine eigene Ermittlungsgruppe wurde nun eingerichtet.
03.11.2026, 12:53
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Immer mehr Fälle von manipulierten Halloween-Süßigkeiten beschäftigen die Polizei in Österreich. Inzwischen sind acht Vorfälle aus vier Bundesländern bekannt – jetzt hat das Bundeskriminalamt eine eigene Ermittlungsgruppe eingerichtet.

Nach den beunruhigenden Funden in Halloween-Naschereien zieht die Polizei Konsequenzen. Im Bundeskriminalamt wurde die Ermittlungsgruppe "Treat" ins Leben gerufen, um die Untersuchungen österreichweit zu koordinieren.

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Bereits acht Anzeigen

Der Hintergrund: In mehreren Bundesländern wurden Süßigkeiten entdeckt, in denen Nägel oder andere metallische Gegenstände steckten. Die Naschereien waren zuvor zu Halloween gesammelt worden. Mittlerweile liegen österreichweit acht Anzeigen vor. Die Fälle verteilen sich auf vier Bundesländer.

Acht Fälle in vier Bundesländern:

  • Niederösterreich: Ein Fall im Bezirk Amstetten
  • Oberösterreich: Zwei Fälle in Linz und im Bezirk Vöcklabruck
  • Steiermark: Vier Fälle aus den Bezirken Leibnitz und Weiz
  • Salzburg: Ein Fall in der Stadt Salzburg

Ob die Vorfälle miteinander verbunden sind, ist noch offen. Nach dem bisherigen Stand der Ermittlungen gibt es keine Hinweise auf einen Zusammenhang.

Eigene Ermittlungsgruppe eingerichtet

Die neue Ermittlungsgruppe "Treat" soll sämtliche bekannten Fälle zentral erfassen und mögliche Gemeinsamkeiten untersuchen.

Dabei arbeitet das Bundeskriminalamt eng mit den zuständigen Landeskriminalämtern zusammen. Auch der Austausch mit ausländischen Ermittlungsbehörden läuft bereits.

"Entscheidend ist jetzt, die einzelnen Vorfälle kriminalistisch zusammenzuführen und mögliche Muster zu erkennen. Mit der Ermittlungsgruppe Treat schaffen wir dafür die notwendige zentrale Koordination", erklärte Abteilungsleiter Gerald Tatzgern.

Die Ermittler wollen insbesondere herausfinden, ob hinter den einzelnen Manipulationen ein gemeinsames Vorgehen steckt.

Karner spricht von lebensbedrohlichen Taten

Innenminister Gerhard Karner (ÖVP) verurteilt die Vorfälle scharf und kündigt umfassende Ermittlungen an. "Wenn man Süßigkeiten oder Geschenke präpariert, ist das nicht nur feig und hinterhältig, sondern auch lebensbedrohlich. Daher werden wir alles tun, um diese Verbrechen mit allem Nachdruck aufzuklären. Ich habe das Bundeskriminalamt beauftragt, die Ermittlung national, aber auch international zu koordinieren."

Auch Bundeskriminalamt-Direktor Andreas Holzer betont die Zusammenarbeit über die Bundesländer hinaus. "Diese perfiden Taten erfordern entschlossenes Vorgehen. Wir bündeln unsere Kräfte über die Landesgrenzen hinweg und gehen gemeinsam mit unseren Partnern konsequent gegen die Verantwortlichen vor", so Holzer.

Deutschland und Ungarn betroffen

Die Ermittlungen beschränken sich nicht auf Österreich. Auch im Ausland wurden nach Halloween verdächtige Süßigkeiten entdeckt. In Deutschland sind nach den bisherigen Informationen bereits elf Bundesländer betroffen. Zusätzlich wurde ein entsprechender Vorfall aus Ungarn gemeldet.

Das österreichische Bundeskriminalamt steht deshalb mit internationalen Partnerbehörden in Kontakt. Ob die Funde in den verschiedenen Ländern zusammenhängen, muss erst geklärt werden.

Polizei warnt Eltern – das ist jetzt wichtig

Angesichts der Vorfälle richtet die Polizei einen dringenden Appell an Eltern und Erziehungsberechtigte. Sie sollen gemeinsam mit ihren Kindern die zu Halloween gesammelten Süßigkeiten vor dem Essen genau überprüfen.

Besonders wichtig ist es, auf beschädigte oder möglicherweise manipulierte Verpackungen zu achten. Auch die Naschereien selbst sollten auf Fremdkörper kontrolliert werden. Wer verdächtige Süßigkeiten entdeckt, sollte diese keinesfalls essen. Die Polizei empfiehlt, die Naschereien samt Verpackung aufzubewahren und den Fund zu melden.

Wichtig: Entdeckte Nägel oder andere Fremdkörper sollten nicht herausgezogen werden. Auch sonst sollten die Süßigkeiten nicht verändert werden, damit mögliche Spuren für die Ermittler erhalten bleiben.

Besteht der konkrete Verdacht, dass ein Fremdkörper verschluckt wurde, sollte sofort medizinische Hilfe in Anspruch genommen werden. Gleichzeitig mahnt die Polizei zur Besonnenheit: Beschwerden wie Übelkeit, Kopfschmerzen oder allgemeines Unwohlsein können unterschiedliche Ursachen haben und müssen nicht mit manipulierten Süßigkeiten zusammenhängen.

LH, 03.11.2026, 12:53
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