Neue Zahlen enthüllen

Kinderbetreuung: Großeltern leisten 3,63 Milliarden €

Oma und Opa betreuen jährlich 202 Millionen Stunden lang ihre Enkelkinder. Laut ÖGB ist diese unbezahlte Hilfe rund 3,63 Milliarden Euro wert.
24.10.2026, 11:34
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Ob nach der Schule, während der Arbeitszeit der Eltern oder an freien Nachmittagen: Großeltern übernehmen in Österreich einen beträchtlichen Teil der Kinderbetreuung. Eine neue Analyse des Österreichischen Gewerkschaftsbundes (ÖGB) zeigt, welchen enormen wirtschaftlichen Wert die Kinderbetreuung durch Großeltern hat.

Laut Berechnungen des ÖGB kümmern sie sich jedes Jahr insgesamt 202 Millionen Stunden um ihre Enkelkinder unter zwölf Jahren. Pro betreutem Kind sind das durchschnittlich rund zehn Stunden pro Woche.

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Betreuung wäre 3,63 Milliarden Euro wert

Insgesamt werden 358.000 Kinder regelmäßig von ihren Großeltern betreut. Die Zahlen stammen aus einer Auswertung von Zeitverwendungsdaten, die der ÖGB anlässlich des "Monats der älteren Generation" im Oktober veröffentlicht hat.

Wie viel diese Unterstützung tatsächlich wert ist, zeigt ein Vergleich mit bezahlter Kinderbetreuung. Müssten Familien für sämtliche Betreuungsstunden durch Oma und Opa bezahlen, würden laut ÖGB jährlich Kosten von rund 3,63 Milliarden Euro entstehen.

Besonders wichtig ist die Unterstützung während der Arbeitszeit: 65,4 Prozent aller Betreuungsstunden fallen zwischen 7 und 18 Uhr an. "Diese Unterstützung ermöglicht es hunderttausenden Eltern, einer Erwerbsarbeit nachzugehen und ihr Arbeitsausmaß aufrechtzuerhalten", erklärt der ÖGB.

Eltern würden Milliarden an Einkommen verlieren

Würden Mütter und Väter die Betreuungsstunden ihrer Eltern selbst übernehmen, hätte das laut der Analyse weitreichende wirtschaftliche Folgen. Insgesamt müssten Eltern ihre Arbeitszeit um rund 132 Millionen Stunden pro Jahr reduzieren. Dadurch würden ihnen Bruttoeinkommen in Höhe von etwa 2,87 Milliarden Euro entgehen.

Auch Unternehmen wären betroffen, weil Millionen Arbeitsstunden wegfallen würden. Gleichzeitig müsste der Staat mit geringeren Einnahmen rechnen.

ÖGB fordert mehr Anerkennung

Mit den Zahlen will der Gewerkschaftsbund auf die Leistungen älterer Menschen aufmerksam machen. In Diskussionen über Pensionen, Gesundheitsversorgung und Pflege werde die ältere Generation häufig vor allem als Kostenfaktor betrachtet. Die unbezahlte Unterstützung innerhalb der Familien bleibe dabei oft im Hintergrund.

Die Betreuung durch Großeltern ist ein "wichtiger wirtschaftlicher Faktor", so die Vorsitzende der ÖGB Pensionisten Monika Kemperle. "Diese Leistungen müssen endlich stärker anerkannt werden."

Wie sich die Betreuungsstunden zwischen Großmüttern und Großvätern aufteilen, konnte der ÖGB mangels entsprechender Daten nicht feststellen.

red, Akt. 24.10.2026, 11:37, 24.10.2026, 11:34