Eklat in Kinderbetreuung

Kopftuch-Streit, dann zeigt Chefin ihre Brüste

Eine muslimische Pädagogin kommt mit Kopftuch zur Arbeit. Die Reaktion ihrer Chefin sorgt in Vorarlberg für einen heftigen Eklat.
Österreich Heute
30.09.2026, 18:54
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Heftiger Streit um ein Kopftuch. Es beginnt als eine muslimische Mitarbeiterin nach einer Pilgerreise mit Kopftuch an ihren Arbeitsplatz zurückkehrt. Ihre Entscheidung sorgt bei der Geschäftsführerin der Kinderkrippe für heftigen Unmut, über diesen Vorfall berichten die Vorarlberger Nachrichten (VN).

Der Vorfall ereignet sich bereits im Sommer. Die Mitarbeiterin gibt an, sich aus persönlichen religiösen Gründen für das Kopftuch entschieden zu haben. Doch ihre Vorgesetzte reagiert darauf laut den vorliegenden Schilderungen äußerst heftig. Sie soll auch von einem "Entlassungsgrund" gesprochen haben. Dann eskaliert die Situation völlig. Die Geschäftsführerin entblößt laut VN ihre Brüste und streckt sie der Mitarbeiterin entgegen. Sinngemäß soll sie dabei gefragt haben: "Komme ich so auch zur Arbeit?"

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"Nacktheit mit Kopftuch verglichen"

Die Mitarbeiterin ist völlig geschockt. Bereits am nächsten Tag wendet sie sich per E-Mail an ihre Vorgesetzte und schildert, wie sie den Vorfall erlebt hat: "Du hast eine Nacktheit mit meinem Kopftuch verglichen", so die VN.

Die Kinderkrippen-Chefin antwortet, entschuldigt sich im Schreiben für ihr Verhalten, es sei völlig daneben gewesen. Und sie meint, sie habe die Kontrolle im Streit verloren.

Ruhe kehrte allerdings nicht ein. Eine weitere Pädagogin, Frau M., stellt sich hinter ihre muslimische Kollegin und kritisiert das Vorgehen der Geschäftsführerin. "Ich bin mit ihr zur Polizei. Dort erstatteten wir Anzeige wegen Diskriminierung und Nötigung", schildert in den VN Frau M.

Auch die Gleichbehandlungsanwaltschaft Innsbruck befasst sich mit dem Fall. Sie erkennt laut einem den VN vorliegenden Schreiben "eine Diskriminierung aufgrund der Religion, der ethnischen Zugehörigkeit und des Geschlechts". Auch der Tatbestand der sexuellen Belästigung steht im Raum.

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Die Angelegenheit hat für die betroffene muslimische Mitarbeiterin schließlich auch berufliche Konsequenzen. Die Ortsstelle des Familienverbandes zahlt ihr eine einmalige Entschädigung in Höhe von 3.500 Euro. Das Arbeitsverhältnis wird einvernehmlich beendet.

Doch damit ist der Personalstreit nicht vorbei. Auch Frau M., die ihre Kollegin unterstützt hatte, arbeitet mittlerweile nicht mehr in der Einrichtung. Nach drei Jahren wird die verheiratete Mutter gekündigt.

Sie selbst sieht einen Zusammenhang zwischen ihrem Einschreiten für ihre Kollegin und ihrer Kündigung. Die Geschäftsführerin weist das zurück.

Nach ihrer Darstellung habe die Kündigung wirtschaftliche Gründe. Die Auslastung der Kinderbetreuung sei stark zurückgegangen, weshalb die Personalentscheidung notwendig geworden sei.

Ähnliche Vorfälle gibt es immer wieder. Dalia K. etwa, hat im Lebenslauf ein Foto von sich mit Kopftuch, "ich will, dass die Leute gleich sehen, wer ich bin. Ich möchte mich ja nicht umsonst bewerben und dann wieder eine Absage erhalten", sagte sie im "Heute"-Gespräch.

Sie schickte ihre Unterlagen an eine Apotheke in Graz. Schon nach wenigen Minuten, beschreibt Dalia K. bekam sie eine Antwort: "Da stand dann, 'Super, was sollen wir mit einer Schleiereule? Ein Wahnsinn, gibt es auch noch Österreicher?' Ich hab' noch immer nicht realisiert, was ich da gelesen habe", sagte sie zu "Heute".

red,Akt. 30.09.2026, 20:06, 30.09.2026, 18:54