Kroatien plant einen tiefgreifenden Umbau seiner Tourismusregeln – mit spürbaren Konsequenzen für Gäste, Betriebe und Einheimische. Ein umfassendes Gesetzespaket, das derzeit in Begutachtung ist, soll auf veränderte Reisetrends reagieren und gleichzeitig Ordnung in eine Branche bringen, die zuletzt zunehmend aus dem Gleichgewicht geraten ist.
Im Zentrum stehen strengere Jugendschutzbestimmungen, neue Eingriffsmöglichkeiten gegen Partytourismus und ein harter Kurs gegen illegale Vermietung.
Besonders brisant: Künftig sollen Energydrinks in der Gastronomie rechtlich Alkohol gleichgestellt werden. Das bedeutet konkret ein Ausschankverbot an unter 18-Jährige.
Hintergrund ist laut Regierung der stark gestiegene Konsum koffeinhaltiger Getränke unter Jugendlichen. Dieser werde häufig unterschätzt, stelle aber ein ernstzunehmendes Gesundheitsrisiko dar. Restaurants und Bars sollen verpflichtet werden, sichtbar auf das Verbot hinzuweisen.
Verstöße könnten teuer werden: Geldstrafen von bis zu 5.300 Euro sind vorgesehen. Die Kontrollen sollen gemeinsam von Polizei und staatlichen Aufsichtsbehörden durchgeführt werden.
Auch dem ausufernden Partytourismus will Kroatien einen Riegel vorschieben. Gemeinden sollen künftig selbst entscheiden können, wann und wo Alkohol ausgeschenkt werden darf – oder eben nicht.
Geplant sind zeitlich begrenzte Alkoholverbote in besonders betroffenen Zonen. Ziel ist es, Lärmbelästigung, nächtliche Ruhestörungen und exzessiven Konsum einzudämmen.
Die Regierung reagiert damit auf zunehmenden Druck aus der Bevölkerung, die unter den Auswirkungen des Massentourismus leidet. Mehr Ruhe, mehr Sicherheit und eine höhere Lebensqualität für Anrainer stehen im Fokus.
Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der Bekämpfung illegaler Unterkünfte. Wer ohne Registrierung Wohnungen oder Zimmer an Touristen vermietet, muss künftig mit drastischen Strafen rechnen – bis zu 66.000 Euro sind möglich.
Auch Online-Plattformen geraten ins Visier: Inserate ohne gültige Registrierungsnummer könnten teuer werden, mit Strafen von bis zu 130.000 Euro oder einem Anteil an den Einnahmen. Die Kontrollen sollen ausgeweitet werden. Neben Zollbeamten und Gemeindepolizei könnten auch Naturschutzorgane künftig gegen illegales Campieren vorgehen.
Parallel dazu will Kroatien die Qualität seiner touristischen Angebote anheben. Geplant ist eine verpflichtende regelmäßige Überprüfung und Neukategorisierung von Unterkünften – ein Schritt, der bisher fehlte.
Damit soll verhindert werden, dass Standards schleichend sinken und das Image des Landes leidet.
Das Gesamtpaket verfolgt ein klares Ziel: Schlupflöcher schließen, klare Regeln schaffen und deren Einhaltung konsequenter kontrollieren. Sollte das Gesetz wie geplant beschlossen werden, könnten die neuen Bestimmungen noch heuer in Kraft treten – und den Tourismus in Kroatien nachhaltig verändern.