Bitcoin hat am Dienstag seine jüngste Talfahrt fortgesetzt und ist erstmals seit sieben Monaten unter die Marke von 90.000 Dollar gefallen. Zeitweise notierte die bekannteste Kryptowährung sogar bei 89.287 Dollar und hat damit seit ihrem Rekordhoch von über 126.000 Dollar im Oktober mehr als 30 Prozent verloren. Auch andere Digitalwährungen stehen unter massivem Druck. Ether rutschte knapp zwei Prozent auf 2.954 Dollar ab und büßte seit seinem Hoch im August fast 40 Prozent ein. Solana fiel auf 137 Dollar und liegt damit um 53 Prozent unter dem Rekordstand vom Jänner.
Hintergrund der Verluste sind vor allem Zweifel an baldigen Zinssenkungen der US-Notenbank sowie eine zunehmende Nervosität an den Finanzmärkten. Nach Monaten der Rally wächst die Sorge, dass sich ein breiter Ausverkauf entwickeln könnte – ähnlich wie zu Jahresbeginn, als ein Bitcoin-Rückgang einem Einbruch an den Aktienmärkten vorausging. Experten warnen, dass institutionelle Anleger und börsennotierte Firmen mit großen Krypto-Beständen nun unter Druck geraten, weil viele Positionen unter ihre Einstiegsniveaus gefallen sind.
Trotz des Kursrutsches hoffen manche Anleger auf etwas Rückenwind von der US-Notenbank. Zwar betonte Fed-Chef Jerome Powell Anfang November, dass eine weitere Zinssenkung im Dezember keinesfalls sicher sei, doch die zunehmend schwachen Daten vom US-Arbeitsmarkt nähren Erwartungen eines Zinsschritts. Fed-Gouverneur Christopher Waller sprach sich überraschend klar dafür aus, und auch UBS-Investmentchefin Ulrike Hoffmann-Burchardi rechnet in einer aktuellen Analyse mit einer Senkung im Dezember.