Kurz vor dem Start der großen Rabattwoche zeigt ein aktueller Consumer-Check des Handelsverbandes, wie beliebt Black Friday und Cyber Monday hierzulande inzwischen geworden sind. Für die Befragung hat das Institut Reppublika über 1.000 Menschen in Österreich zu ihren Einkaufsplänen befragt – und die Ergebnisse deuten auf ein besonders umsatzstarkes Shopping-Wochenende hin.
"Der Black Friday ist der inoffizielle Startschuss für das Weihnachtsgeschäft in Österreich. 98 % der österreichischen Bevölkerung kennen ihn, 71 % haben ihn bereits für Einkäufe genutzt oder planen das heuer zu tun. Geplant sind Ausgaben in Höhe von 460 Millionen Euro, doch leider fließt ein wachsender Teil davon ins Ausland", fasst Handelsverband-Geschäftsführer Rainer Will zusammen.
Die hohe Preis- und Rabattorientierung spiegelt sich in der Stimmung unter Konsumenten wider. Laut Will: "Gerade in Zeiten, in denen die Geldbörse nicht ganz so locker sitzt, nutzen die Kundinnen und Kunden diese Shopping-Aktionstage besonders fleißig. Fast jede:r Vierte bewertet Sondereinkaufstage wie den Black Friday und den Cyber Monday als sehr positiv, weitere 55 % als eher positiv."
Heuer planen 63 Prozent der Befragten, die Aktionsangebote wahrzunehmen – ein deutlicher Anstieg gegenüber dem Vorjahr. Auch das durchschnittliche Budget steigt: Waren es 2024 noch 265 Euro, sollen heuer im Schnitt 294 Euro ausgegeben werden.
Insgesamt werden laut Handelsverband rund 460 Millionen Euro umgesetzt – und damit sowohl der Vorjahreswert (400 Mio.) als auch der bisherige Rekord aus 2022 (450 Mio.) übertroffen. Besonders großzügig zeigen sich Konsumenten in Tirol und Vorarlberg (334 Euro pro Kopf), gefolgt von Oberösterreich und Salzburg (317 Euro). Wien liegt mit 310 Euro im Mittelfeld.
Auch der Blick auf die Altersgruppen zeigt klare Trends: Die Gen Z führt mit 81 Prozent Teilnahme, die Millennials folgen mit 77 Prozent. Bei älteren Generationen sinkt die Einkaufsbereitschaft deutlich.
Die Rabattjagd wird immer strategischer: Viele vergleichen im Vorfeld Preise mehrerer Händler. Gleichzeitig bleibt Raum für spontane Käufe bestehen. Nike Herzog-Osikominu, Country Managerin von idealo.at, bestätigt diese Entwicklung: "Die Menschen kaufen heuer in der Black Week selektiver und smarter. Spontane Käufe bleiben hoch, aber das Preisbewusstsein steigt. Wer vorab Preise prüft, spart nicht nur Geld, sondern konsumiert auch bewusster."
Interessant ist auch: Nur noch 61 Prozent nutzen die Aktionen für den Kauf von Weihnachtsgeschenken – im Vorjahr waren es 80 Prozent.
Auch heuer wird klar: Die meisten Schnäppchen werden im Netz ergattert. 44 Prozent wollen ausschließlich online einkaufen, 38 Prozent kombinieren Online- und stationären Handel. Nur jeder Zehnte sucht Angebote ausschließlich im Geschäft.
Problematisch für den heimischen Handel: Ein immer größerer Teil des Online-Budgets fließt ins Ausland. 71 Prozent planen Einkäufe bei Anbietern wie Amazon oder Ebay, 21 Prozent sogar bei Billigplattformen wie Temu oder Shein.
Will warnt deshalb vor unseriösen Shops: "Angesichts der Vielzahl an dubiosen oder sogar kriminellen Online-Shops, die mittlerweile ihr Unwesen treiben, sollte man sich vor dem Kauf immer vergewissern, dass man bei einem vertrauenswürdigen und vorzugsweise heimischen Händler kauft. Eine Orientierungshilfe bietet das Gütesiegel 'Trustmark Austria', das vom Handelsverband verliehen und regelmäßig kontrolliert wird."