Tierische Hoffnung

Daumen drücken! Ansiedlung dieser Tiere muss klappen

Ein neuer Aktionsplan soll die Rückkehr von Tigern in Laos ermöglichen und bedrohte Ökosysteme im Mekong-Raum stärken.
22.05.2026, 09:26
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Vor mehr als zehn Jahren wurden in Laos die letzten wilden Tiger gesichtet, doch jetzt gibt es wieder Hoffnung für die seltene Großkatze: Die laotische Regierung hat einen neuen nationalen Aktionsplan beschlossen, damit Tiger langfristig wieder in freier Wildbahn im Land leben können. Der "National Tiger Recovery Action Plan" (NTRAP) wurde im März von den zuständigen Ministern für Landwirtschaft und Umwelt unterschrieben und wird nun vom Forstministerium gemeinsam mit Naturschutzorganisationen wie dem WWF umgesetzt. Damit sollen die Voraussetzungen geschaffen werden, Tiger wieder dauerhaft in Laos anzusiedeln.

"Die Rückkehr des Tigers in Laos wäre ein starkes Zeichen dafür, dass sich ganze Ökosysteme erholen. Denn als Spitzenprädator spielt der Tiger eine Schlüsselrolle für das ökologische Gleichgewicht gesunder Wälder. Gleichzeitig wäre es für den Erhalt von Tigern weltweit entscheidend – denn in freier Wildbahn gibt es nur mehr rund 5.500 Tiere", sagt WWF-Artenschutzexperte Georg Scattolin.

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Der Aktionsplan setzt auf die Wiederherstellung geeigneter Lebensräume für Tiger, den Schutz von Beutetieren, schärfere Maßnahmen gegen Wilderei und eine enge Zusammenarbeit mit Nachbarländern wie Thailand.

„Laos ist aufgrund seiner Lage und der relativ dünnen Besiedelung eine Schatzkammer der Artenvielfalt. Die wertvollsten Gebiete konzentrieren sich auf die tropischen Wälder und den Mekong-Fluss. Auch als Durchzugsland ist Laos für die Wanderungen und den genetischen Austausch von zahlreichen Tierarten sehr wichtig“

Besonders das Schutzgebiet Nam Poui ist für die Rückkehr der Tiger entscheidend. Der WWF Österreich arbeitet dort schon seit mehreren Jahren. "Nam Poui ist eines dieser letzten, fast unberührten Gebiete, in denen sich die Natur frei entfalten kann. Aktuelle Untersuchungen und Wildtierkameras bestätigen dort zahlreiche große und mittelgroße Säugetiere, darunter asiatische Elefanten, Gaur (weltweit größtes Rind) Kragenbären, Malaienbären, Nebelparder, Asiatische Goldkatzen, Rothunde und Languren. Wenn wir es schaffen, Tiger wieder zurückzubringen, dann hierher", sagt Scattolin.

Mehr Tiger in Gefangenschaft als frei

Aber selbst abgelegene und geschützte Gebiete wie Nam Poui sind nicht sicher vor Wilderern. Besonders gefährlich für Tiger sind die grausamen Schlingfallen, in denen jedes Jahr hunderte Großkatzen qualvoll sterben. "Schlingfallen sind billig in der Herstellung und lassen sich leicht in großer Zahl im Wald auslegen, um teilweise Tage später wieder eingesammelt zu werden. Die Tiere verenden darin langsam und qualvoll", schildert Scattolin. Zusätzlich sorgt der illegale Handel mit Tigerkörperteilen dafür, dass weltweit immer mehr Tiger in Gefangenschaft gezüchtet werden – rund 20.000 Tiere sind es laut Schätzungen.

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