In Linz geht der Streit um die Stadtreinigung in die nächste Runde. Mit einem Antrag im Gemeinderat fordert die freiheitliche Gemeinderätin Patricia Haginger eine umfassende Sauberkeitsoffensive für das gesamte Stadtgebiet.
Hintergrund sind die im Sommer bekannt gewordenen Einsparungen. Wie berichtet wurden auf der stark frequentierten Landstraße die Reinigungsintervalle reduziert. Mistkübel werden seltener entleert, Wochenendüberstunden sind weggefallen.
Die zuständige Stadträtin Eva Schobesberger (Grüne) erklärte dann, vorab nicht über die neuen Abläufe informiert worden zu sein. Sie bezeichnete die Änderungen als "völlig inakzeptabel" und ordnete deren Rücknahme an. Doch für die FPÖ ist das Thema damit nicht erledigt. Haginger sieht Einsparungen bei der Sauberkeit grundsätzlich kritisch.
"Natürlich muss die Stadt angesichts ihrer angespannten Finanzlage sparen. Aber gerade dann müssen wir klare Prioritäten setzen", erklärt die Freiheitliche. Saubere Straßen, gepflegte Plätze und regelmäßig entleerte Mistkübel seien keine verzichtbare Zusatzleistung, sondern würden zu den grundlegenden Aufgaben einer funktionierenden Stadt gehören.
"Es kann nicht sein, dass wir Millionen für fragwürdige Projekte ausgeben und gleichzeitig bei der Sauberkeit vor der Haustüre der Linzer den Rotstift ansetzen", kritisiert Haginger. Der Antrag fordert höhere Reinigungsintervalle, eine intensivere Pflege öffentlicher Flächen und häufigere Mistkübelentleerungen im gesamten Stadtgebiet.
Laut Haginger beschränken sich die Probleme längst nicht mehr auf das Linzer Zentrum: "Vielmehr erreichen uns laufend Beschwerden über Müll und Verwahrlosung aus nahezu allen Linzer Vierteln." Personalreferentin Merima Zukan (SPÖ) und Schobesberger sollen nun die notwendigen personellen Ressourcen sicherstellen.