Sie ist Volksschullehrerin, dreifache Mama, Pfadfinderin – und hat jetzt auch noch ein Wimmelbuch erschaffen. Ines Wohlmuth (32) aus Klosterneuburg (Bezirk Tulln) hat ihre Herzensstadt auf zwölf detailreichen Doppelseiten verewigt. Auf Künstliche Intelligenz verzichtete sie dabei komplett.
Die Idee dazu kam der gebürtigen Klosterneuburgerin 2024. Damals malte sie ein Bild vom Entenrennen der Pfadfinder Weidling und Kierling-Gugging. "Das Bild hat mir gefallen und danach ist die Idee gewachsen", erzählt Wohlmuth im "Heute"-Gespräch.
Dabei hatte die 32-Jährige zwischendurch selbst Zweifel. "Ich habe oft geglaubt, es wird nichts, aber am Ende habe ich es doch geschafft."
Das Ergebnis ist ein dickes, robustes Pappbuch mit zwölf Doppelseiten voller Wimmelbilder und eigenen Suchaufgaben. Durch das Buch führen Leopold und Agnes. Die beiden Figuren sind auf jeder Seite versteckt und an die bekannte Schleiersage rund um Klosterneuburg angelehnt. Dazu sollen Kinder auf jeder Seite bestimmte Figuren oder Gegenstände finden.
Zu entdecken gibt es vor allem bekannte Veranstaltungen und beliebte Plätze in der Stadt. Das Entenrennen ist ebenso dabei wie der Leopoldimarkt. Für jedes Monat gibt es eine eigene Seite. Neben Klosterneuburg-Stadt tauchen auch die Katastralgemeinden Kierling, Kritzendorf und Weidling auf.
Hinter jeder Seite steckt enorm viel Handarbeit. "Für eine Seite habe ich ein bis eineinhalb Monate gebraucht", sagt Wohlmuth. Rund zwei bis drei Stunden täglich zeichnete sie mit Stift und Papier – meist dann, wenn ihre Kinder schliefen oder im Kindergarten waren.
Für ihre Bilder betrieb die Lehrerin sogar eigene Feldforschung: Bei Veranstaltungen machte sie jeweils zwischen 50 und 100 Fotos, erzählt sie "Heute". Danach versuchte sie, die wichtigsten Szenen und Details zu einem großen Wimmelbild zusammenzufügen.
Die Zeichnungen wurden anschließend mit einem Lightpad übertragen und mit Alkoholmarkern ausgemalt. "Es ist eine sehr meditative Aufgabe, man braucht dabei viel Geduld", schmunzelt die dreifache Mama. Das Projekt war für sie auch ein Weg zurück zur eigenen Kreativität. "Ich wollte nach den Kindern mit dem Buch wieder mehr kreativ werden."
Jetzt hofft Wohlmuth, dass Kinder ab zwei Jahren beim Anschauen ihres Wimmelbuchs nicht nur Spaß beim Suchen haben, sondern Klosterneuburg danach mit anderen Augen sehen. "Mein Ziel ist es, dass Kinder Freude an meinen Wimmelbildern haben und dann durch Klosterneuburg spazieren und Orte aus dem Buch wiedererkennen."
Gleichzeitig will sie Familien dazu bringen, die gezeichneten Veranstaltungen tatsächlich zu besuchen. Seit September verkauft Wohlmuth ihr Wimmelbuch über ihre Website und bei Pop-up-Ständen.
Besonders berührt hat sie die Geschichte einer Familie, die bald aus Klosterneuburg wegzieht: "Die Eltern haben ihrem Kind extra mein Buch gekauft, damit das Kind die Erinnerungen an Klosterneuburg mit an den neuen Wohnort nehmen kann. Das fand ich sehr schön." Das Buch in Eigenverlag ist ab sofort verfügbar.