Wenn zu Pfingsten wieder tausende Jugendliche aus Österreich Richtung Adria aufbrechen, steht in Lignano Sabbiadoro traditionell ein Ausnahmezustand bevor. Das berüchtigte "Tutto Gas"-Wochenende gilt seit Jahren als Magnet für feierfreudige junge Menschen – und gleichzeitig als Belastungsprobe für den beliebten Badeort.
Nach zahlreichen Regelverschärfungen in der Vergangenheit will die Stadt jetzt noch härter durchgreifen: Mit strengeren Auflagen, massiver Polizeipräsenz und neuen Sicherheitsmaßnahmen will Lignano Exzesse verhindern.
Die Botschaft der Behörden ist unmissverständlich: Wilde Nächte wie in den vergangenen Jahren sollen künftig verhindert werden. Das Provinzkomitee für öffentliche Ordnung und Sicherheit beschloss unter Leitung von Präfekt Domenico Lione eine Reihe strenger Maßnahmen. Das berichtet der regionale Nachrichtendienst "Udine Today".
Konkret plant die Stadtverwaltung eine neue Verordnung mit klaren Einschränkungen: frühere Sperrstunden für Lokale, verschärfte Lärmschutzregeln sowie ein Verbot von Alkoholkonsum und Ausschank im öffentlichen Raum – insbesondere an Stränden und Promenaden in den Nachtstunden.
Laute Musik bis zum Morgengrauen oder improvisierte Strandpartys sollen damit der Vergangenheit angehören. Ziel sei es, "schlechtes Nachtleben" einzudämmen und das Pfingstwochenende sicherer und kontrollierbarer zu machen.
Dass die Behörden heuer früher und konsequenter handeln, hat einen Grund: Bereits in den ersten Frühlingswochenenden verzeichnete Lignano einen Besucherzuwachs von rund zwölf Prozent im Vergleich zum Vorjahr. An Spitzentagen wurden laut Behörden bis zu 100.000 Gäste gezählt – eine Zahl, die Infrastruktur und Sicherheitskräfte an ihre Grenzen bringt.
Das sogenannte "Lignano-Modell" soll deshalb künftig auf Prävention statt Eskalation setzen: mehr Kontrollen, strengere Regeln und sichtbare Präsenz.
Dafür erhält die örtliche Polizei Verstärkung aus ganz Friaul-Julisch Venetien und setzt Hundestaffeln ein. Die Hafenbehörde intensiviert die Überwachung der acht Kilometer langen Küstenlinie, und die Autobahnpolizei koordiniert den Verkehr auf den Hauptverkehrsadern, um einen Verkehrskollaps zu verhindern.
Neben dem zusätzlichen Polizeipersonal kommen auch private Sicherheitsdienste und Ordner zum Einsatz. Diese sollen insbesondere an neuralgischen Punkten wie Busbahnhöfen, Party-Hotspots und stark frequentierten Bereichen patrouillieren.
Zudem wird die internationale Zusammenarbeit intensiviert: Österreichische Polizeistreifen arbeiten mit italienischen Kollegen zusammen, um die Kommunikation mit grenzüberschreitenden Touristen zu erleichtern.
Mit dem Ende des "Tutto Gas"-Wochenendes ist die Hochphase für die Einsatzkräfte noch lange nicht vorbei. Bereits Ende Mai stehen zwei Großveranstaltungen auf dem Programm: die Nationalen Sommerspiele der Special Olympics sowie das landesweite Treffen der Bersaglieri, der traditionsreichen italienischen Eliteinfanterie.