Das goldene Trump-Handy sorgt in den USA für immer mehr Kritik. Nach monatelangen Verzögerungen wird das Gerät zwar inzwischen an Vorbesteller ausgeliefert, doch Nutzer und Experten bemängeln mehrere Probleme.
Das Smartphone mit dem Namen T1 wurde von Eric und Donald Trump Jr. bereits für vergangenen August angekündigt. Beworben wurde es damals als komplett in den USA gefertigtes Handy. Nun zeigt sich jedoch, dass das Gerät des virtuellen Mobilfunkers Trump Mobile für 499 US-Dollar technisch hinter den ursprünglichen Ankündigungen zurückbleibt.
Das Android-Handy verfügt laut Berichten über einen kleineren Bildschirm und weniger Speicherplatz als ursprünglich versprochen. Dafür besitzt das Gerät eine inzwischen selten gewordene 3,5-Millimeter-Kopfhörerbuchse.
Für zusätzliche Aufregung sorgten Berichte über mögliche Datenprobleme. Mehrere US-Medien berichteten unter Berufung auf erste Nutzer, dass persönliche Informationen wie Postadresse, E-Mail-Adresse und Handynummer auffindbar gewesen seien. Zwei Youtuber, die ein T1 besitzen, seien laut den Berichten von einem Sicherheitsforscher kontaktiert worden, nachdem ihre Daten entdeckt worden waren. Beide bestätigten demnach, dass die veröffentlichten Informationen echt seien.
Aus dem Datenleck soll außerdem hervorgegangen sein, dass die Zahl der Vorbestellungen deutlich niedriger ausfallen könnte als bisher behauptet. Statt der kolportierten fast 600.000 Vorbestellungen soll es laut den Berichten rund 30.000 Bestellungen und etwa 10.000 Nutzer geben. Mittlerweile sei der Fehler behoben worden.
Auch beim Produktionsstandort gibt es Kritik. Statt wie angekündigt vollständig in den USA gefertigt zu werden, beschreibt der Anbieter das Smartphone inzwischen als "durch amerikanische Innovation geformt". Laut Website hätten US-Teams lediglich beim Design und bei der Qualitätssicherung mitgewirkt. Experten hatten bereits bei der Vorstellung darauf hingewiesen, dass in den USA nicht alle nötigen Produktionsmöglichkeiten für Smartphones vorhanden seien.
Das Gerät wird außerdem mit Trumps sozialem Netzwerk Truth Social vorinstalliert ausgeliefert. Kritiker bemängeln zudem das Design der Rückseite: Die dort abgebildete US-Flagge soll zu wenige Streifen besitzen. Der fehlende Streifen werde offenbar durch den Schriftzug "Trump Mobile" ersetzt.
Firmenchef Pat O’Brien erklärte gegenüber CNN, dass das Technologiegeschäft komplizierter sei, als manche glauben würden. Teile müssten auch auf Qualität geprüft werden. Gleichzeitig gebe es eine "unglaublich hohe Nachfrage" nach dem Gerät und man bemühe sich, die Vorbestellungen rasch auszuliefern.
CNN verweist zudem auf Analysten, laut denen es im Durchschnitt rund 18 Monate dauert, um Hersteller- und Softwareverträge für ein Smartphone abzuschließen. Tech-Blogs und Experten sehen unterdessen starke optische Ähnlichkeiten des T1 mit einem bereits zwei Jahre alten HTC-Modell.