300 Millionen Euro Schaden

Mega-Razzia wegen Mogel-Handys auch in Österreich

Bei einer der größten Razzien Europas wurden sieben Verdächtige festgenommen – zwei davon in Österreich. Fahnder durchsuchten 160 Objekte.
Digital  Heute
30.09.2026, 21:45
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Käufer in der ganzen EU wurden offenbar über Jahre hinweg getäuscht: Kriminelle haben mindestens eine Million Handys als Neuware verkauft, die in Wahrheit aus gebrauchten Teilen zusammengebaut wurden.

Die Europäische Staatsanwaltschaft (EUStA) hat nun eine Großrazzia in 19 Ländern koordiniert. Rund 1.770 Steuer-, Zoll- und Polizeifahnder waren an der Aktion mit dem Codenamen "Troja" beteiligt.

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Wie es bei "heise.de" heißt, wurden bereits am Samstag sieben Verdächtige festgenommen – vier in Deutschland, zwei in Österreich und eine Person in Spanien. Unter den Verhafteten sollen auch die zwei mutmaßlichen Anführer der Organisation sein.

So funktionierte die Masche

Die Geschäftspraxis lief laut Ermittlern so ab: In Hongkong und den Vereinigten Arabischen Emiraten wurden Mobiltelefone aus gebrauchten Bauteilen zusammengebaut. Dann wurden die Geräte gereinigt und neu verpackt in die Niederlande verschickt. Von dort gelangten sie zu Lagern in Deutschland.

Auf Online-Marktplätzen konnten Konsumenten in der gesamten EU die Handys kaufen. Seit 2018 sollen mehr als eine Million Geräte führender Hersteller auf diese Weise vertrieben worden sein. Der Schaden für die Verbraucher: mindestens 300 Millionen Euro.

Auch Steuerbetrug im großen Stil

Zusätzlich sollen die Kriminellen über Briefkastenfirmen mit Sitz in EU-Ländern und der Schweiz eine Steuerregelung missbraucht haben. Dadurch sei ein Mehrwertsteuerausfall von mehr als 30 Millionen Euro entstanden – davon mindestens 25 Millionen Euro in Deutschland.

In Krefeld wurde eine Lagerhalle durchsucht, in der sich schätzungsweise 10.000 bis 15.000 Handys befanden. Eine große Anzahl digitaler und analoger Beweismittel wurde beschlagnahmt. Die Ermittler gehen auch wegen Einfuhrschmuggels, Verstoßes gegen das Markenrecht und der Bildung einer kriminellen Vereinigung vor.

red,30.09.2026, 21:45