Brisante Einvernahme

Missbrauch: So soll Verdächtiger geschwindelt haben

Ein furchtbarer Vergewaltigungsfall beschäftigt die Kripo. Im Verhör soll der Verdächtige dreiste Ausreden serviert haben. "Heute" kennt Details.
Christian Tomsits
15.07.2026, 22:49
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Eine 16-jährige Nachtschwärmerin war in der Nacht auf den 6. Juli am Wiener Schwedenplatz von einem Autofahrer mitgenommen worden. Nach Aussage des Opfers fuhr der 21-jährige Syrer im grauen 3er BMW vor. Sie sei eingestiegen, weil er ihr versprach, sie nach Hause zu fahren. Doch auf halbem Weg soll er zu einem dunklen Parkplatz in beim Ölhafen Lobau abgebogen sein.

Dort sei es dann zu einer mutmaßlichen Vergewaltigung gekommen – wir berichteten. Brisant: Beim Verdächtigen soll es sich um einen verurteilten Vergewaltiger handeln, der zum Tatzeitpunkt bereits in Strafhaft hätte sitzen sollen. Zum festgelegten Haftantritt am Freitag (3.7.) – drei Tage vor der mutmaßlichen Tat – war der Syrer jedoch nicht erschienen. Erst am Dienstag (8.7.) wurde er in seiner Wiener Wohnung gefasst.

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Die gelernte Service-Kraft servierte den Kripo-Beamten laut "Heute"-Infos recht abenteuerliche Ausreden: Er meinte, dass er am Montag in die Justizanstalt Wien-Simmering spaziert sei. "Dort haben sie mich aber wieder weggeschickt und gemeint, ich solle in zwei Tagen wieder herfinden." Die Justizanstalt widerspricht vehement. Sobald eine Aufforderung zum Haftantritt vorliegt, dürfe niemand abgelehnt werden. Einzige Ausnahme wäre eine offensichtliche schwere Drogen-Intoxikation, die jedoch maximal einen Aufschub bis zum Folgetag möglich macht.

Im Verhör versichert der gläubige Muslim den Beamten, er habe in seinem ganzen Leben keinen Tropfen Alkohol angerührt und noch nie Drogen genommen. Ebenfalls spannend: Die Familie des Syrers – Vater, Mutter samt Geschwistern – wusste nichts von der bevorstehenden Strafhaft des 21-Jährigen. Er dürfte ihnen etwas von Verwaltungsübertretungen erzählt haben, auch die erneuten schweren Missbrauchsvorwürfe soll er verschwiegen haben.

Im aktuellen Verhör gab der Mann an, alles sei einvernehmlich gewesen und bedauerte gegenüber Beamten nur, nicht Telefonnummern mit der 16-Jährigen ausgetauscht zu haben. "Sie sagte mir außerdem, sie ist schon 18 Jahre alt", versuchte er sich zu rechtfertigen. Die 16-Jährige vertraute sich sofort nach dem Heimkommen ihrer Mutter an. Eine detaillierte Beschreibung der gefahrenen Route führte Beamte zu Überwachungsbildern eines Tankstellen-Shops, die den Verdächtigen zeigen.

Derzeit werden DNA-Spuren an Kleidungsstücken des Opfer und des Verdächtigen ausgewertet. Auch das Fahrzeug wird auf Blutspuren untersucht. Der Verdächtige sitzt weiter in U-Haft, er beantragte Verfahrenshilfe. Für ihn gilt die Unschuldsvermutung.

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