Drama in Feldkirch

Mit Behinderung geboren – Baby im Spital zurückgelassen

Ein Baby mit schwerer Behinderung wurde nach der Geburt im Spital zurückgelassen. Über einen Social-Media-Aufruf werden nun Pflegeeltern gesucht.
Newsdesk Heute
03.05.2026, 08:16
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Ein ungewöhnlicher Aufruf in sozialen Netzwerken hat in Vorarlberg für Aufsehen gesorgt: Für ein Baby mit schwerer Behinderung, das seit seiner Geburt im Krankenhaus lebt, wurden dringend Pflegeeltern gesucht.

Das Kind kam im Jänner in Feldkirch mit gesundheitlichen Beeinträchtigungen zur Welt. Laut Angaben wurden bei der Geburt unter anderem eine Kopfverformung und zusammengewachsene Finger festgestellt. Die Eltern sollen so überfordert gewesen sein, dass sie das Baby nicht mit nach Hause nahmen. Seither wird es im Landeskrankenhaus betreut, berichtet die "Krone"

Pflegeeltern gesucht

Ein Posting von Landesrätin Martina Rüscher verbreitete sich rasch im Netz. "Wir suchen dringend Pflegeeltern für ein kleines Baby, das im Jänner in Feldkirch auf die Welt kam mit einer schweren Behinderung (Kopfverformung, zusammengewachsene Finger)", heißt es darin.

Zunächst hielten viele Nutzer den Aufruf für eine Falschmeldung. Die Landesrätin bestätigte jedoch auf ihrem offiziellen Account, dass tatsächlich nach Pflegeeltern gesucht wurde. Gleichzeitig stellte sie klar, dass eine derart weite Verbreitung über verschiedene Kanäle nicht beabsichtigt gewesen sei.

Zwei interessierte Familien

Am Ende gibt es aber positive Nachrichten: "Dennoch ist es bereits gelungen, zwei interessierte Familien zu finden", teilte Rüscher mit. Sie bedankte sich für die große Unterstützung und ersuchte darum, den Aufruf nicht weiter zu verbreiten. Wer sich grundsätzlich für eine Pflege-Elternschaft interessiere, könne sich weiterhin melden und werde an die zuständigen Stellen vermittelt.

Für die weiteren Schritte ist die Kinder- und Jugendhilfe zuständig. Sie entscheidet auch im konkreten Fall über das weitere Vorgehen – insbesondere, da dem Kind noch mehrere Operationen bevorstehen.

Wie es dazu kommen kann, dass Eltern ihr Kind im Krankenhaus zurücklassen, erklärt der Vorarlberger Kinder- und Jugendanwalt Christian Netzer: "Wenn die Eltern nicht für ein Kind sorgen wollen oder können, muss die Kinder- und Jugendhilfe prüfen, ob das Kindeswohl gefährdet ist". Es wäre nicht verantwortbar, Eltern ein Kind mitzugeben, wenn sie nicht in der Lage sind, sich darum zu kümmern.

Zum konkreten Fall könne er nur wenig sagen, so Netzer. Grundsätzlich begrüße er aber, dass eine "kreative Einzellösung wie die Suche über Social Media" letztlich zum Erfolg geführt habe.

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