Kinder- und Jungendstrategie

Mülltrennung und Artenschutz – Das fordern Wiens Kids

Auch die Jüngsten sollen in Wien mitbestimmen dürfen, das soll die Kinder- und Jugendstrategie ermöglichen. Fest steht: Die Kids haben einiges vor.
Wien Heute
22.09.2025, 11:52
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400.000 Kinder und Jugendliche (zwischen fünf und 20 Jahren) leben in Wien, sollen dementsprechend auch mitentscheiden dürfen, welche Projekte umgesetzt werden. Dabei soll die Kinder- und Jugendstrategie helfen – es gibt bereits erste Einblicke, was den Kids von heute besonders wichtig ist.

Das ist Wiens Kindern wichtig

Im Zuge eines mehrstufigen Beteiligungsprozesses wurden von rund 2.000 jungen Wienerinnen und Wienern sowie über 300 Delegierten des Kinder- und Jugendparlaments 2024/25 Ideen und Forderungen eingebracht. Rasch kristallisierten sich die wichtigsten Themen heraus: In der Schule wünschen sich die Kids mehr Ethikunterricht, ebenso werden mehr Stunden für politische Bildung gefordert. Auch Klimaschutz steht für die Jungen im Fokus – hier wolle man sich auf Mülltrennung und Artenschutz konzentrieren. Im Hinblick auf mentale Gesundheit sehnen sich die Jugendlichen nach mehr niederschwelligen Beratungsangeboten. Besonders Jüngere wünschen sich weiters mehr Spielplätze sowie und mehr Begrünung. Ein festgelegtes Budget gäbe es laut Emmerling keines, dieses würde sich "im Tun ergeben".

Gehör für junge Menschen

Aus den letzten Jahren kennt man bereits die erfolgreichsten Projekte, die aus der Strategie entstanden sind: die Kinder- und Jugendmillion sowie das Kinder- und Jugendparlament. Die neue Strategie für die kommenden fünf Jahre soll demnächst dem Gemeinderat zur Beschlussfassung vorgelegt werden. Damit soll es zu einem verbindlichen Rahmen für Stadtpolitik und Verwaltung werden. Für Vizebürgermeisterin und Jugendstadträtin Bettina Emmerling (NEOS) ist klar: Jugendliche haben das Recht darauf, ernst genommen zu werden. "Mit der Kinder- und Jugendstrategie 2025–2030 machen wir dieses Recht zu unserem klaren politischen Auftrag", betont sie.

Wien als Kindermetropole

Auch für NEOS-Gemeinderätin Dolores Bakos ist klar: "Der Anspruch unserer Stadt ist es, nicht nur junge Menschen zu hören, sondern ihre Anliegen und Meinungen in politische Entscheidungen einzubinden (...)." Maria Hanke, SPÖ-Gemeinderätin, fügt hinzu, dass Wien durch die Ideen und Forderungen der Jüngsten zur kinder- und jugendfreundlichsten Metropole weltweit gemacht werden solle. Gesteuert wird der Prozess von der Koordinationsstelle Junges Wien bei WIENXTRA gemeinsam mit dem Stadtratsbüro für Bildung, Jugend, Integration und Transparenz sowie der Abteilung Bildung und Jugend.

Wiener Grüne fordern Anpassungen

Die Wiener Grünen sind nicht zufrieden mit der derzeitigen Version der Strategie. „Die Stadtregierung hat nur die Hälfte der 193 Maßnahmen umgesetzt, die von rund 22.500 Kindern und Jugendlichen 2019 in einem breiten, partizipativen Prozess erarbeitet wurden", kritisiert Theo Löcker, Jugendsprecher der Grünen Wien. Als "umgesetzte Maßnahme" wurde beispielsweise die Forderung bezeichnet, dass jedes Kind bzw. jeder Jugendliche jedes Jahr die Möglichkeit hat, einen Baum zu pflanzen. Löcker: "Wir sind in Wien natürlich weit von 360.000 neuen Bäumen pro Jahr entfernt. Warum die Stadtregierung diesen Punkt als erledigt markiert, ist uns unerklärlich." Die heute präsentierte neue Kinder- und Jugendstrategie sei zudem zu vage formuliert. "Ohne konkrete Zielsetzungen ist die Kinder- und Jugendstrategie unglaubwürdig – Vertrauen in die Verbindlichkeit politischer Entscheidungen kann so nicht gewonnen werden", findet er. Die Grünen schlagen vor, eine Arbeitsgruppe einzusetzen, die aus Vertreterinnen und Vertretern aller beteiligten Institutionen besteht. Diese Arbeitsgruppe solle bis September 2026 eine neue Kinder- und Jugendstrategie 2026–2031 erarbeiten.

{title && {title} } red, {title && {title} } Akt. 22.09.2025, 12:05, 22.09.2025, 11:52
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