Der verheerende Waldbrand am Mittagstein in Hirschwang an der Rax (Neunkirchen) ist vielen noch in Erinnerung. Am 25. Oktober 2021 brach dort ein Feuer aus, das sich auf rund 115 Hektar ausbreitete. Tausende Helfer kämpften damals unter schwierigsten Bedingungen gegen die Flammen. Fünf Jahre später zieht die Gemeinde Reichenau an der Rax Konsequenzen.
Bei einem Arbeitsgespräch informierte Bürgermeister Johann Döller die Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner (beide ÖVP) über neue Pläne. Im Mittelpunkt stehen die Waldbrandforschung, bessere Prävention und ein mögliches neues Feuerwehrhaus.
Eine wichtige Rolle spielt das Forschungsprojekt "Austria Fire Futures". Experten der BOKU, des internationalen Forschungsinstituts IIASA und des Bundesforschungszentrums für Wald haben untersucht, wo in Österreich künftig besonders große Waldbrandgefahr drohen könnte.
Dabei fließen Klimaveränderungen, Vegetation, Gelände und menschliche Einflüsse in die Untersuchungen ein. Auch das Raxgebiet wurde genauer unter die Lupe genommen. Besonders interessant: Welchen Einfluss haben Wanderer und andere Freizeitaktivitäten auf die Brandgefahr?
"Die Bilder vom Waldbrand am Mittagstein sind vielen von uns bis heute in Erinnerung", betont Mikl-Leitner. Besonders der Einsatz der tausenden Helfer sei unvergessen. "Fünf Jahre danach geht es nicht nur darum zurückzublicken, sondern aus den Erfahrungen von damals die richtigen Schlüsse für die Zukunft zu ziehen", so die Landeshauptfrau.
Im November soll deshalb in Reichenau eine Informationsveranstaltung stattfinden. Gemeinsam mit der Feuerwehr und dem Tourismusverband Semmering-Rax-Schneeberg will die Gemeinde Einheimische und Besucher auf die zunehmenden Risiken aufmerksam machen und über Schutzmaßnahmen informieren.
Auch bei der Feuerwehrinfrastruktur könnte sich einiges tun. Für ein neues Feuerwehrhaus in Reichenau liegt bereits eine erste Projektstudie vor. Allerdings sind die Finanzierung, mögliche Förderungen und Grundstücksfragen noch offen.
Mikl-Leitner begrüßt die Pläne und sicherte der Gemeinde Unterstützung bei den weiteren Planungsschritten zu.