Nach dem tragischen Tod einer deutschen Familie in Istanbul ist die Verunsicherung groß: Zunächst galt verdorbener Streetfood als wahrscheinlichste Ursache für die tödliche Vergiftung der Eltern und ihrer zwei Kinder, mittlerweile konzentrieren sich die Ermittlungen auf das Hotel, in dem die Familie übernachtet hatte.
Weil dort für den Menschen hochgiftige Pestizide eingesetzt worden sein sollen, wurde das Hotel evakuiert und mehrere verantwortliche Führungs- und Reinigungskräfte festgenommen. Mittlerweile hat die Polizei zudem auch Personen des Unternehmens verhaftet, das die Räume im Hotel gereinigt hatte.
Wie die Tageszeitung "Hürriyet" berichtet, hätten die Todesfälle möglicherweise verhindert werden können, wenn die türkischen Behörden ihre Arbeit besser getan hätten: So steht die Pestizid-Firma auch im Zusammenhang mit dem Tod eines Kleinkinds im April 2025. Der damals dreijährige Karan Y. starb, nachdem sein Elternhaus mit Aluminiumphosphid behandelt worden war – das Insektizid ist hochgiftig und in der EU nur für die landwirtschaftliche Verwendung zugelassen.
Wie die Familie des verstorbenen Buben nun beklagt, sei der forensische Bericht zum Tod des Dreijährigen erst vergangene Woche in seine Akte aufgenommen worden. Wäre dies früher passiert, hätten die Behörden womöglich schneller reagiert und somit den Tod der vierköpfigen Familie verhindern können, kritisieren sie.
Der verhaftete Besitzer der Pestizidfirma, Zeki K., sagte vor Gericht auch aus, dass weder er noch sein Mitarbeiter die nötigen Zertifikate für den Umgang mit Pestiziden wie Aluminiumphosphid hätten. Von den Behörden überprüft wurde das Unternehmen offenbar trotzdem nie.