Politischer Wirbel mitten in der Parlamentswahl in Israel! Ministerpräsident Benjamin Netanjahu hat am Dienstag die arabischen Parteien scharf attackiert. Er wirft ihnen vor, die Wahl manipulieren zu wollen. Hintergrund ist die Festnahme von drei Vertretern der israelisch-arabischen Partei Raam.
Laut Netanjahu wurden die drei hochrangigen Parteivertreter im Süden Israels mit Umschlägen voller Bargeld festgenommen. Der Regierungschef sprach daraufhin von einem Versuch, "die Wahl zu stehlen".
Die zentrale Wahlkommission widersprach allerdings dem Eindruck eines großangelegten Wahlbetrugs. Die drei Personen hätten die Wahllokale noch gar nicht erreicht und seien in der Nähe ihrer Wohnungen aufgegriffen worden.
Eine Untersuchung wurde eingeleitet. Laut Wahlkommission gebe es landesweit keine vergleichbaren Vorfälle. Es handle sich um einen Einzelfall.
Die Israelis wählen erstmals seit dem Hamas-Überfall auf das Land ein neues Parlament. Die Abstimmung findet in einer politisch tief gespaltenen Gesellschaft statt.
Im Mittelpunkt steht das Duell zwischen dem rechtsgerichteten Lager von Langzeit-Premier Netanjahu und dem Oppositionsblock rund um den früheren General Gadi Eisenkot.
Erwartet wird ein enges Rennen um die künftige politische Führung des Landes.
Während Netanjahu vor einer möglichen Manipulation warnt, betont die Wahlkommission, dass bisher kein landesweites Muster ähnlicher Vorfälle festgestellt worden sei.
Ob das sichergestellte Bargeld tatsächlich im Zusammenhang mit einer geplanten Wahlbeeinflussung steht, müssen die Ermittlungen erst klären.