Du drehst schon die dritte Runde um den Häuserblock, wirfst einen hoffnungsvollen Blick in jede Parklücke – und wirst jedes Mal enttäuscht. Hinter dir hupt jemand, vorn blinkt ein Auto aus, nur um im letzten Moment doch stehenzubleiben. In Wien gehört die Parkplatzsuche für viele längst zum Alltag – ein nervenaufreibendes Ritual zwischen Zeitdruck, engen Gassen und der ständigen Hoffnung auf eine freie Lücke.
Wien steht mit diesem Problem keineswegs alleine da: Oslo hat Parkplätze reduziert, Amsterdam macht Parken teurer, Paris verlangt mehr für große SUVs und Singapur begrenzt sogar die Anzahl der Autos.
Genau hier setzt das Salzburger Forschungsprojekt KoPaS (Kooperatives Parken in Städten) an. Ziel ist es, Autofahrer gezielt zu freien Parkplätzen zu lenken – mithilfe von Echtzeitdaten.
Die Idee: Autos sollen künftig live Informationen über freie Parkplätze bekommen – direkt ins Fahrzeug. Möglich wird das durch eine Technologie namens C-ITS (Cooperative Intelligent Transport Systems).
Der Unterschied zu Apps: Nicht nur einzelne Parkhäuser werden angezeigt, sondern alle verfügbaren Parkplätze – öffentlich und privat.
Ergebnis: Es geht weniger um den einzelnen freien Platz – sondern um Wahrscheinlichkeiten. Zum Beispiel: "In diesem Viertel sind noch zu 30 % Parkplätze frei."
Überraschend: Schon wenige umgelenkte Autos können viel bewirken. "Wenn wir 50 bis 100 Fahrzeuge anders lenken, kann das schon einen Stau verhindern", sagt Projektleiter bei Salzburg Research, Karl Rehrl, zum "Standard". Aktuell gehen die Forscher davon aus, dass nur ein kleiner Teil der Autofahrer auf solche Hinweise reagieren wird – aber das reicht oft schon.
Außerdem: Ein Parkplatz kann nicht reserviert werden – der Traum vom fixen Platz vor der Haustür bleibt also unrealistisch.
Das Projekt wird bald in Salzburg, Graz und Klagenfurt getestet. Langfristig könnte auch Wien profitieren. Doch bis genügend Fahrzeuge teilnehmen und Städte über belastbare digitale Parkdaten verfügen, können noch Jahre vergehen.