Spektakuläre Rettungsmission

Nur noch zwei Tiere übrig: Borneo-Nashorn stirbt aus

Nur zwei Exemplare leben noch. Jetzt setzen Forscher alles auf das Weibchen Pari und wollen mit künstlicher Befruchtung die Art retten.
Heute Tierisch
23.06.2026, 16:08
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Für das Borneo-Nashorn läuft die Zeit ab. Weltweit sind nur noch zwei bekannte Tiere dieser seltenen Unterart des Sumatra-Nashorns übrig. Nun startet in Indonesien eine spektakuläre Rettungsmission, die über Leben oder Aussterben der Art entscheiden könnte.

Im Mittelpunkt steht das Weibchen Pari, das als letztes freilebendes Borneo-Nashorn gilt. Wissenschaftler wollen das Tier einfangen, um mit modernster Fortpflanzungsmedizin die einzigartigen Gene der Art zu bewahren. Scheitert die Mission, könnte mit dem Borneo-Nashorn schon bald eine weitere Tierart für immer von der Erde verschwinden.

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Letzte Chance für eine ganze Tierart

Die Lage ist dramatisch: Während insgesamt weniger als 50 Sumatra-Nashörner auf der Erde leben, ist der Bestand auf Borneo auf nur noch zwei Weibchen geschrumpft.

Neben Pari gibt es lediglich noch Pahu, die in einem Schutzgebiet lebt. Doch das Tier ist bereits älter und gesundheitlich angeschlagen. Frühere Versuche, Eizellen zu gewinnen, blieben erfolglos. Deshalb richten sich nun alle Hoffnungen auf Pari.

Geplanter Fang unter Hochspannung

Der Rettungsplan ist bis ins Detail vorbereitet. Zunächst soll Pari mithilfe spezieller Fallgruben möglichst stressfrei gefangen werden. Anschließend wird sie in eine Schutzeinrichtung gebracht und dort mehrere Wochen beobachtet.

Danach wollen Experten Eizellen entnehmen und diese im Labor mit Spermien eines Sumatra-Nashorns befruchten. Das Ziel: ein lebensfähiger Embryo, der später von einer Leihmutter ausgetragen werden soll.

Ranger trainierten mit Rindern

Das Vorhaben gilt als heikel. In der Vergangenheit endeten Fang- und Umsiedlungsaktionen bei Nashörnern immer wieder tödlich.

Um Risiken zu minimieren, trainierten Ranger und Wissenschaftler monatelang mit Rindern. Die Tiere haben eine ähnliche Größe und ein vergleichbares Gewicht wie Nashörner und dienten als Übungsobjekte für den Ernstfall.

Deutsche Forscher als Vorbild

Mut macht ein Erfolg aus Deutschland. Forschern des Leibniz-Instituts für Zoo- und Wildtierforschung in Berlin gelang 2024 erstmals die erfolgreiche künstliche Erzeugung eines Embryos bei einem Südlichen Breitmaulnashorn. Auf diese Erfahrungen stützen sich nun auch die indonesischen Artenschützer.

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