Tierisch wichtige Art

Lästig? Ja! Aber so wichtig ist die Wespe eben auch

Die Wespe zählt bestimmt nicht zu unseren Lieblingsinsekten und hat einen ziemlich schlechten Ruf. Dabei ist sie für unser Ökosystem essenziell.
23.06.2026, 14:01
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Offen gesagt gibt es auch für den größten Tierliebhaber ein paar Exemplare der Fauna, auf die man gut und gerne verzichten könnte. Zecken beispielsweise. Und Gelsen. Und ganz sicher auch die Wespe. Doch die Wespe erfüllt einen großartigen und auch unverzichtbaren Part in unserem fragilen Ökosystem, weshalb wir hier ein Auge zudrücken sollten. Auch der Österreichische Tierschutzverein bricht für die unsympathische Sumsi eine Lanze.

„Für den schlechten Ruf der gesamten Insektenfamilie sind eigentlich nur zwei Arten verantwortlich: die Deutsche Wespe und die Gemeine Wespe. Sie bilden besonders große Völker, sind bis in den Herbst aktiv und teilen unsere kulinarischen Vorlieben für Zucker und Proteine“
Alexios WiklundÖsterreichischer Tierschutzverein

Gesundheitspolizei und Lebensgrundlage

Wespen leisten Großartiges für die Biodiversität, da sie sich vor allem von Nektar, Pollen, Pflanzensäften und anderen Insekten ernähren. Um genau zu sein, vertilgt ein einziges Wespenvolk sogar bis zu 5000 Fliegen, Raupen, Blattläuse und Mücken pro Tag, was etwa einem halben Kilogramm reinen Protein entspricht.

"Heute" auf Google als bevorzugte Quelle festlegen

Als "Gesundheitspolizei" transportieren sie tote Insekten ab und werden selbst zur wichtigen Lebensgrundlage für Vögel, Spinnen und Amphibien. Nicht zu vergessen ist auch ihre Tätigkeit als "Allwetter-Bestäuber": Zwar sind sie weniger behaart als Bienen, bestäuben Blüten aber "im Vorbeigehen" – und das selbst bei kühlem Regenwetter.

„Weil natürliche Hohlräume wie Baumhöhlen und Totholz immer seltener werden, weichen Wespen auf Jalousiekästen, Dachböden oder Schuppen aus. Dadurch kommen sie dem Menschen näher und Konflikte werden häufiger“

Konflikt hat immer eine Frist

Dabei ist der Spuk meist schnell vorbei: Ein Wespenstaat lebt nur wenige Monate. Im Herbst stirbt das Volk durch Kälte und Nahrungsmangel. Nur die begatteten Jungköniginnen überwintern und gründen im Frühjahr ein komplett neues Nest – alte Nester werden niemals wieder besiedelt. Übrigens: Nur etwa zehn Wespenarten bilden überhaupt Staaten. Der weitaus größere Teil lebt völlig unbemerkt als solitäre Einzelgänger.

Die Hornisse ist absolut friedfertig und steht unter strengem Naturschutz.
©pexels

Bedroht und streng geschützt!

Da viele Wespenarten stark unter dem Verlust ihres Lebensraums leiden, stehen einige bereits auf der Roten Liste bedrohter Arten. So ist die Hornisse, die größte Wespenart Österreichs, akut vom Aussterben bedroht! Mit der aktuellen Artenschutz-Kampagne "Auf (N)immer Wiedersehen" rückt der Österreichische Tierschutzverein diese gefährdeten Nützlinge in den Fokus und macht auf ihre kritische Lage aufmerksam.

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