Autofahrer in Wiener Neustadt brauchen in den kommenden Wochen starke Nerven: Die ÖBB bauen die Nordeinfahrt des Hauptbahnhofs aus. Statt bisher drei sollen künftig vier Gleise zur Verfügung stehen. Für das 170 Millionen Euro schwere Projekt sind im Oktober umfangreiche Bauarbeiten notwendig.
Besonders betroffen ist die Unterführung Kollonitschgasse. Sie wird von 17. Oktober bis einschließlich 1. November 2026 vollständig gesperrt. Auch an zwei weiteren November-Wochenenden ist keine Durchfahrt möglich.
Zusätzlich führen die ÖBB in der zweiten Oktober-Hälfte zwischen der Kollonitschgasse und der Pernerstorfer Straße Rammarbeiten für neue Oberleitungsmasten durch. Bis Anfang November werden außerdem Oberleitungen für die Einbindung der elektrifizierten Mattersburger Bahn montiert.
Hintergrund der Bauarbeiten ist der umfassende Ausbau des Wiener Neustädter Hauptbahnhofs. Zwischen der HTL und der Pöckgasse entsteht bis 2029 ein viertes Gleis. Dazu kommen neue Lärmschutzwände, insgesamt 1,2 Kilometer Stützmauern und mehrere modernisierte Eisenbahnbrücken.
Auch die Unterführung Pöckgasse wird bis Mai 2027 neu errichtet und verbreitert. Die Eisenbahnbrücke über die Fischauer Gasse soll zwischen Jänner und Mai 2027 neu gebaut werden.
Wiener Neustadt zählt zu den wichtigsten Bahnknoten Österreichs. Gleich sechs Bahnstrecken laufen hier zusammen. Durch das zusätzliche Gleis sollen Züge künftig flexibler in den Bahnhof einfahren können. Auch bei Störungen soll der Bahnverkehr dadurch stabiler bleiben.
Langfristig soll der Fernverkehr verstärkt über die Pottendorfer Linie geführt werden. Auf der Südbahn wäre damit mehr Platz für zusätzliche Nahverkehrszüge. Bis die Fahrgäste von den Verbesserungen profitieren, ist allerdings Geduld gefragt. Der gesamte Ausbau soll erst 2029 abgeschlossen sein.