Drei bis vier Investoren stehen laut Ralf Rangnick bereit, um Wien eine moderne Event-Arena zu finanzieren. Den österreichischen Steuerzahler würde das Projekt keinen einzigen Euro kosten, behauptet der ÖFB-Teamchef. Trotzdem kommt der seit Jahren diskutierte Neubau nicht voran. Im ORF-Podcast "Das Gespräch mit Susanne Schnabl" macht der Deutsche seinem Ärger darüber Luft und kritisiert die mangelnde Bereitschaft, überhaupt über seine Pläne zu diskutieren.
"Wir haben reihenweise Investoren die nur darauf warten, dass grünes Licht kommt. Das würde das Land Österreich keinen einzigen Euro kosten. Kein einziger Euro Steuergeld wird dafür benötigt", offenbarte der Teamchef. Laut Rangnick gebe es bereits "drei oder vier Investoren", die bereit wären, die komplette Finanzierung einer neuen Arena zu übernehmen.
Seit seinem Amtsantritt als ÖFB-Teamchef setzt sich Rangnick für eine moderne, multifunktionale Arena ein. Sein bevorzugter Standort ist das Gelände des Ernst-Happel-Stadions im Wiener Prater. Die Verkehrsanbindung, der Prater und die Nähe zur Wiener Innenstadt seien nahezu ideal.
Doch trotz mehrerer Gespräche mit Bürgermeister Michael Ludwig und Sportstadtrat Peter Hacker komme das Projekt nicht voran. "Es wird gar nicht zugelassen, dass wir an einen Punkt kommen, an dem wir sagen, es würde gehen", kritisiert Rangnick.
Vor allem die Einwände rund um Denkmalschutz und Grundwasser stoßen beim Deutschen auf Unverständnis. "So alt, dass man ständig den Denkmalschutz in den Vordergrund rückt, so alt ist das Ernst Happel Stadion auch noch nicht. Mit dem Kolosseum in Rom kann man es nicht ganz vergleichen."
Der Teamchef sieht in einer modernen Multifunktionsarena eine große Chance für den österreichischen Sport und den Veranstaltungsstandort Wien. Dass die Bundeshauptstadt bislang keine vergleichbare Arena habe, bezeichnet er als "jammerschade".
Der ÖFB-Teamchef fordert deshalb vor allem mehr Offenheit gegenüber dem Projekt. "Wenn es wirklich nur Gewinner gibt in einer Situation. Dann kann man doch nicht ständig nach Argumenten suchen, wieso es besser ist, wenn man es nicht macht", appelliert Rangnick an die Verantwortlichen.
Sein Appell an die Verantwortlichen: "Was ich mir wünschen würde, wäre eine gewisse Diskussionsbereitschaft. Lasst uns doch mal überlegen, was passieren würde, wenn es passieren würde."