Viel Teilzeit, wenig Einkommen

ÖGB warnt: Frauen am Arbeitsmarkt weiter benachteiligt

Österreich weist bei Teilzeitquote und Lohnunterschieden zwischen Frauen und Männern EU-weit einen der letzten Plätze auf.
Newsdesk Heute
23.07.2026, 14:48
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Österreich schneidet im aktuellen Arbeitsmarktmonitor im Vergleich zu anderen EU-Ländern in vielen Bereichen gut ab. Doch gerade bei der Gleichstellung von Frauen zeigt sich ein besorgniserregendes Bild.

Besonders auffällig: Der Anteil an Teilzeitjobs ist in Österreich einer der höchsten in Europa – betroffen sind vor allem Frauen. Gleichzeitig zählt unser Land zu jenen mit den größten Lohnunterschieden zwischen Frauen und Männern. In beiden Bereichen liegt Österreich im hinteren Feld der EU, wie der Gewerkschaftsbund in einer OTS-Aussendung berichtet.

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Der ÖGB stellt klar: Diese Situation trifft nicht nur die Frauen selbst, sondern das ganze Land. Frauen verlieren dadurch nicht nur Einkommen, sondern auch Aufstiegschancen und später eine angemessene Pension. Gleichzeitig suchen viele Betriebe dringend nach Arbeitskräften. Der Gewerkschaftsbund sieht darin einen klaren Widerspruch, den sich Österreich eigentlich nicht mehr leisten kann.

Frauen stoßen jeden Tag auf Hürden

"Diese Zahlen sind ein Weckruf. Frauen arbeiten nicht deshalb in Teilzeit, weil sie weniger leisten wollen", sagt ÖGB-Bundesfrauensekretärin Dorottya Kickinger. Vielmehr würden sie jeden Tag auf Hürden stoßen, die die Politik endlich beseitigen muss.

Wer den Personalbedarf stillen will, müsste Frauen laut Kickinger "echte Wahlfreiheit" geben:  "Das beginnt bei einer flächendeckenden, ganztägigen und leistbaren Kinderbetreuung und endet bei gleichem Lohn und Gehalt für gleichwertige Arbeit."

"Ein gerechter Arbeitsmarkt ist kein Luxus, sondern Voraussetzung für einen starken Wirtschaftsstandort", stellt Kickinger klar. Solange Frauen wegen fehlender Kinderbetreuung oder ungleicher Bezahlung benachteiligt würden, bliebe viel Potenzial ungenutzt: "Mehr Gleichstellung bedeutet mehr Fachkräfte, mehr Einkommen und mehr wirtschaftliche Stärke."

Der Österreichische Gewerkschaftsbund fordert daher den Ausbau flächendeckender und ganztägiger Kinderbetreuung, gleichen Lohn für gleichwertige Arbeit und mehr Investitionen in die Gleichstellung am Arbeitsmarkt.

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