Himmelsbeobachter dürfen sich auf eines der astronomischen Highlights im Herbst freuen: Die Orioniden erreichen in der Nacht auf Donnerstag (21. auf den 22. Oktober) ihren Höhepunkt.
Unter sehr guten Bedingungen kannst du zwischen zehn und 20 Sternschnuppen pro Stunde beobachten.
Ganz ungetrübt fällt die Beobachtung in diesem Jahr allerdings nicht aus. Anders als noch im Vorjahr herrscht beim Maximum kein Neumond. Ein heller, zunehmender Mond (am 26. Oktober ist Vollmond) steht über weite Teile der Nacht am Himmel und überstrahlt viele schwächere Meteore.
Wer möglichst viele Sternschnuppen sehen möchte, sollte daher bis in die frühen Morgenstunden warten. Der Mond geht in Wien ungefähr gegen 2:45 Uhr Uhr unter. In Bregenz um 3:13 Uhr.
Danach öffnet sich bis zur Morgendämmerung ein kurzes Zeitfenster mit deutlich dunklerem Himmel. Gleichzeitig steht das Sternbild Orion dann höher, wodurch sich die Beobachtungschancen verbessern. Die hellsten Meteore können jedoch auch davor sichtbar werden.
Die häufig genannten 20 Sternschnuppen pro Stunde sind ein Wert für nahezu perfekte Bedingungen. Dazu gehören ein sehr dunkler Himmel, freie Sicht und ein günstig stehender Ursprungspunkt des Meteorstroms.
In Städten und dicht besiedelten Gebieten dürfte die tatsächliche Zahl deutlich niedriger ausfallen.
Die Orioniden sind vom 2. Oktober bis zum 7. November aktiv. Verantwortlich für das jährliche Schauspiel ist der Halleysche Komet. Auf seiner Bahn hinterlässt er Staub und kleine Teilchen. Durchquert die Erde diese Spur, dringen die Partikel in die Atmosphäre ein und verglühen.
Dabei sind sie besonders schnell unterwegs. Die Teilchen treffen mit etwa 66 Kilometern pro Sekunde auf die Erdatmosphäre. Manche Meteore hinterlassen deshalb leuchtende Spuren, die noch für einige Sekunden zu sehen sein können. Gelegentlich treten auch besonders helle Feuerkugeln auf.
Der scheinbare Ausgangspunkt der Sternschnuppen liegt im Sternbild Orion, in der Nähe des auffälligen Sterns Beteigeuze. Du musst deinen Blick aber nicht ausschließlich dorthin richten. Die Meteore können über den gesamten Himmel ziehen. Häufig sind längere Leuchtspuren etwas weiter vom sogenannten Radianten entfernt zu sehen.
Für die Beobachtung brauchst du weder ein Teleskop noch ein Fernglas. Am besten eignet sich ein dunkler Ort mit möglichst freier Sicht auf einen großen Teil des Himmels. Straßenlaternen, beleuchtete Gebäude und Autoscheinwerfer erschweren die Sicht.
Die Augen benötigen etwa 20 Minuten, um sich an die Dunkelheit anzupassen. In dieser Zeit solltest du helle Handybildschirme möglichst vermeiden. Warme Kleidung, eine Liege oder eine Decke machen das längere Warten angenehmer.
Geduld bleibt trotzdem nötig. Auch während des Höhepunkts können längere Pausen zwischen zwei sichtbaren Meteoren liegen. Ob du tatsächlich Sternschnuppen zu sehen bekommst, hängt außerdem stark von der Bewölkung am eigenen Standort ab.