"Schlag ins Gesicht"

Pensionisten rechnen jetzt brutal mit der ÖGK ab

Nach neuen Zahlen der Gesundheitskasse geht der Streit los. Pensionistenvertreter sprechen von Belastungen und Verschweigen der Wahrheit.
Newsdesk Heute
17.05.2026, 11:35
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Die neuen Zahlen der Österreichischen Gesundheitskasse sorgen für heftigen politischen Streit. Während ÖGK-Obmann Peter McDonald einen geringeren Abgang der Kasse – 156 statt 454 Millionen Euro – als Erfolg wertet, kommt vom Pensionistenverband (PVÖ) scharfer Gegenwind. Dort sieht man die Ursache für die Entspannung der Finanzen nicht bei Einsparungen oder Reformen, sondern vor allem bei den älteren Menschen selbst.

Auslöser der Debatte ist das Defizit der ÖGK im Jahr 2025. Laut den jüngsten Angaben lag der Abgang bei 156 Millionen Euro. Für die Krankenkasse ist das deutlich weniger, als befürchtet worden war. Doch genau an diesem Punkt setzt die Kritik des Pensionistenverbandes Österreichs an. PVÖ-Präsidentin Birgit Gerstorfer wirft der ÖGK-Spitze vor, ein verzerrtes Bild zu zeichnen.

Sie spricht von einer "Verschleierungstaktik" und davon, dass ausgerechnet jene Menschen zur Kasse gebeten würden, die jahrzehntelang Beiträge eingezahlt hätten. Im Zentrum des Streits stehen die Krankenversicherungsbeiträge für Pensionisten. Diese wurden ausschließlich für ältere Menschen von 5,1 auf 6,0 Prozent angehoben, heißt es. Das entspricht einer Steigerung von 17,6 Prozent.

Mehr zahlen, weniger bekommen

Laut Pensionistenverband spüle diese Maßnahme rund 500 Millionen Euro zusätzlich pro Jahr in die Kassen der Krankenversicherung. Für den Verband ist deshalb klar: Nicht Einsparungen oder Verwaltungsmaßnahmen hätten die Lage verbessert, sondern die höheren Beiträge der Pensionisten. Gerstorfer sagt dazu: "Es waren die Pensionistinnen und Pensionisten, die mit ihren Beiträgen die ÖGK vor dem finanziellen Kollaps bewahrt haben."

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Besonders empört zeigt sich der Pensionistenverband darüber, dass ältere Menschen aus seiner Sicht gleich doppelt belastet würden. Einerseits müssten sie höhere Beiträge zahlen, andererseits seien Leistungen gekürzt oder verteuert worden. Kritisiert werden unter anderem Selbstbehalte bei Krankentransporten sowie höhere Kosten beim Zahnersatz. Auch Einschnitte beim Krankengeld werden angesprochen. Der Vorwurf: Mehr zahlen, weniger bekommen.

Der Ton der Debatte wird dabei immer schärfer. Gerstorfer bezeichnet die Darstellung der ÖGK als respektlos gegenüber der älteren Generation, spricht von einem "Schlag ins Gesicht aller Pensionistinnen und Pensionisten". Viele Pensionisten würden sich ohnehin zunehmend unter Druck fühlen. Gerade Menschen mit kleineren Pensionen spüren zusätzliche Abzüge oft unmittelbar im Alltag – etwa bei Medikamenten, Arztwegen oder Zahnbehandlungen.

Wie viel Geld am Monatsende übrig bleibt

Die Kritik trifft einen empfindlichen Bereich. Denn Gesundheit und Pensionen zählen zu den Themen, die viele Menschen in Österreich direkt betreffen. Besonders ältere Menschen verfolgen genau, was sich bei Beiträgen und Leistungen verändert. Für viele geht es nicht um politische Schlagzeilen, sondern um die Frage, wie viel Geld am Monatsende tatsächlich übrig bleibt. Damit dürfte der Streit noch lange nicht beendet sein.

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