Die explodierenden Preise setzen die österreichischen Konsumenten immer unter Druck. Der zumindest für Preisvergleichs-Plattformen erfreuliche Nebeneffekt: Sie wachsen derzeit jährlich im zweistelligen Bereich.
Jetzt der Branchen-Knaller: In Österreich hat idealo.at den Mitbewerber Geizhals überholt. Mittlerweile komme man, so Nike Herzog, hierzulande im Schnitt auf 3 Millionen Besucher pro Monat. Auch in Deutschland, Frankreich und Spanien hat sich das Axel-Springer-Unternehmen (gehört seit 2006 zum Medien-Riesen) an die Spitze gesetzt.
Unterm Strich umfasst die Palette mehr als 300 Millionen Angebote aus über 50.000 Shops. Besonders stark ist Idealo laut eigenen Angaben bei Technik. Diese Kategorie zählt zu den großen und teuren Bereichen, in denen Preise stark schwanken können. Hinzu kommen etwa Mode und Accessoires, Haus und Garten bis hin zu Sport sowie Outdoor und Tierbedarf.
Ein wichtiger Punkt für Kunden ist laut Idealo die neutrale Reihung. Wer den günstigsten geprüften Preis biete, stehe oben. Die Rangfolge sei nicht käuflich.
Aktuell ist das Preisvergleichsportal neben Österreich und Deutschland in Frankreich, Spanien, Italien und Großbritannien aktiv. Damit ist die Spitze der Fahnenstange längst nicht erreicht.
"Step by step" wolle man, so Nike Herzog-Osikominu im Talk mit heute.at, in die Schweiz, nach Irland, Belgien, Portugal und die Niederlande expandieren. Den Anfang sollen im 1. Quartal 2027 die Schweiz und Irland machen, gefolgt von den Niederlanden.
Einen immer wichtigeren Stellenwert bei der Suche nach den besten Preisen nimmt laut der Österreich-Chefin künstliche Intelligenz ein. Erst jüngst wurde die Idealo-App in ChatGPT integriert, wo Kunden nun Top-Angebote im Dialog mit der KI finden können. Ebenfalls in Entwicklung sind KI-Agenten, die die Suche noch mächtiger und vielseitiger machen sollen.
Was bei Kunden-Entscheidungen auffällt: Beim Einkauf zählt nicht nur der Preis, sondern auch die Herkunft. 9 von 10 Österreichern vertrauen heimischen, 84 Prozent europäischen Anbietern. US-Anbieter kommen auf 34 Prozent, chinesische Plattformen sogar nur auf 18 Prozent.