Wer heute ins Restaurant geht, muss oft tief in die Tasche greifen. Wie stark die Preise in Deutschland tatsächlich gestiegen sind, zeigt eine neue Recherche des Südwestrundfunks (SWR). Dafür wurden Tausende Speisekarten in Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz ausgewertet und mit den Preisen von 2019 verglichen.
Das Ergebnis: Speisen und Getränke sind im Schnitt um 36 Prozent teurer geworden. Besonders heftig: Rund jedes dritte untersuchte Angebot kostet mittlerweile mindestens 50 Prozent mehr.
Einzelne Beispiele zeigen das Ausmaß der Teuerung. Für ein Rinderfilet mit zwei Beilagen werden inzwischen 69 Euro verlangt – doppelt so viel wie 2019. Eine Dorade für zwei Personen kostet in einem anderen Lokal bereits 100 Euro. Für einen Zwiebelrostbraten werden andernorts mehr als 30 Euro fällig.
Und das, obwohl die Mehrwertsteuer auf Restaurantessen in Deutschland seit Jänner von 19 auf sieben Prozent gesenkt wurde. Dennoch erhöhten rund 42 Prozent der untersuchten Lokale ihre Preise für Pizza Margherita weiter. Nur etwa fünf Prozent wurden günstiger.
Dass es auch anders geht, zeigt ein Gastronom in Fellbach. Bei ihm kosten tagsüber fast alle Hauptgerichte 9,90 Euro. Allerdings braucht er nach eigenen Angaben täglich rund 250 Gäste, um seine Fixkosten zu decken.
Die untersuchten Wirte verweisen unter anderem auf gestiegene Betriebskosten. Die SWR-Zahlen beziehen sich ausschließlich auf Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz.