Passagier-Schwund am Flughafen Wien-Schwechat. Zwischen Jänner und September 2026 hat der Airport 4,5 Prozent seiner Passagiere verloren. Zum Vergleich: Der Flughafen Bratislava hat im selben Zeitraum sein Passagieraufkommen mehr als verdoppelt. Geflogen wird also weiterhin fleißig – nur offenbar zunehmend vom Nachbarflughafen.
Der Dachverband Luftfahrt sieht den Hauptgrund dafür in der Flugabgabe. Diese beträgt zwölf Euro pro Passagier, bei Kurzstrecken bis 350 Kilometer werden sogar 30 Euro fällig. Die Steuer sei "ein erheblicher Wettbewerbsnachteil für den Luftfahrtstandort Österreich, der zunehmend spürbar wird", heißt es in einer Aussendung. Laut Berechnungen des Luftverbandes gäbe es ohne Flugabgabe rund 2,5 Millionen zusätzliche Passagiere.
Nun erhöht auch die Politik den Druck für eine Abschaffung der Flugabgabe. Bereits am Wochenende haben sich Niederösterreichs Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner (ÖVP) und Wiens Bürgermeister Michael Ludwig (SPÖ) für eine Streichung ausgesprochen. Unterstützung für den Vorstoß kam zuletzt auch von der Industriellenvereinigung Niederösterreich und der Wirtschaftskammer Niederösterreich. Nationale Sonderbelastungen im Luftverkehr könnten "der berühmte Schuss ins eigene Knie" sein, sagte WKONÖ-Präsident Wolfgang Ecker.
In einem Dringlichkeitsantrag im NÖ Landtag spricht sich das Bundesland erneut für eine Abschaffung der Flugabgabe aus. Diese sei "ein Schildbürgerstreich", so Mikl-Leitner. "Wir dürfen nicht länger zulassen, dass wir damit Arbeitsplätze und Wertschöpfung ins Ausland treiben. Die Abgabe schadet unserer Wirtschaft und damit unserem Wohlstand. Und dem Klima nützt sie auch nichts, wenn die Menschen statt von Schwechat von Bratislava abfliegen", erklärt die VP-Landeshauptfrau. Sie fordert die Bundesregierung jetzt zum Handeln auf.
Selbiges fordert LH-Stellvertreter Udo Landbauer (FPÖ). "Die Bundesregierung muss endlich aufwachen und die Flugabgabe ersatzlos streichen. Das ist nichts anderes als eine Strafabgabe, die unseren Flughafen ausbremst und am Wetter nichts ändert, aber den Standort massiv benachteiligt." Die Regierung dürfe Österreich im Wettbewerb mit seinen Nachbarn nicht länger ins Abseits stellen, betont der Freiheitliche.