Tierischer Artenschutz

Schade! Fast die Hälfte dieser Tierart verschwindet

Fast die Hälfte der Libellenarten in Vorarlberg gilt als gefährdet – Klimaerwärmung und Lebensraumverlust verschärfen die Situation.
Heute Tierisch
17.06.2026, 08:21
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Rote Listen zeigen nicht nur, wie sehr einzelne Tier- und Pflanzenarten bedroht sind. Sie gelten auch als wichtiger Gradmesser für den Zustand und die Veränderungen unserer Umwelt, wie das Forscherteam der inatura erklärt. Nun wurden neue Zahlen zur Situation der Libellen in Vorarlberg veröffentlicht.

Derzeit kommen im Ländle 62 verschiedene Libellen-Arten vor. Von diesen werden 33 Prozent als ungefährdet eingestuft, 16 Prozent stehen auf der sogenannten Vorwarnstufe und 47 Prozent gelten als unterschiedlich stark gefährdet. Bei zwei Arten gibt es so wenige Fundmeldungen, dass man gar keine Aussage über die Gefährdung treffen kann.

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Ein Grund für die große Bedrohung ist laut inatura die Klimaerwärmung, aber auch Veränderungen im Lebensraum machen den Libellen zu schaffen. Ein Vierteljahrhundert nach der ersten Bestandsaufnahme haben sich die Bedingungen "deutlich gewandelt".

Manche Libellen, die höhere Temperaturen mögen, siedeln sich jetzt in Vorarlberg an. Gleichzeitig leiden alteingesessene Arten, weil die Landschaft austrocknet, Hochwasserschutzmaßnahmen oft nicht naturnah sind und viele Lebensräume verändert wurden.

Chaos bei der "Inventur"

Im Vergleich zu einer älteren Liste aus dem Jahr 2001 wurde bei 19 Arten die Gefährdung heruntergestuft, bei 13 Arten hingegen hat sich die Situation verschlechtert. Zwei Arten wurden früher falsch bestimmt und zählen nun nicht mehr dazu, fünf weitere Arten wurden neu für Vorarlberg nachgewiesen.

Eine Besonderheit ist die Helm-Azurjungfer (Coenagrion mercuriale). Diese Libellenart gibt es in Österreich derzeit nur noch in Vorarlberg. Früher kam sie auch in Nordtirol vor, ist dort aber durch menschliche Eingriffe in den Lebensraum verschwunden. Kleine, isolierte Bestände finden sich noch in Liechtenstein, am Bodensee und im Thurgau in der Schweiz.

Die Große Moosjungfer (Leucorrhinia pectoralis) war lange Zeit nur durch einen historischen Fund ohne genaue Fundortangabe in der inatura-Sammlung vertreten. In jüngerer Zeit konnte sie aber im Moorgebiet Turbastall bei Schlins sowie im Fohramoos oberhalb von Dornbirn und Schwarzenberg wiederentdeckt werden. Vom Aussterben bedroht sind etwa die Hochmoor-Mosaikjungfer und die Gefleckte Heidelibelle.

Für die aktuelle Rote Liste der Libellen werteten Werner Holzinger und Brigitte Komposch-Holzinger vom Ökoteam Graz rund 10.800 Datensätze aus. Dazu zählen Beobachtungsdaten der inatura aus den letzten Jahrzehnten und neue Erhebungen des Projektteams.

Die Erstellung Roter Listen durch die inatura ist in der Naturschutzverordnung des Landes Vorarlberg gesetzlich vorgeschrieben. Eine solche Verpflichtung gibt es sonst in keinem anderen Bundesland in Österreich.

{title && {title} } red, {title && {title} } 17.06.2026, 08:21
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