Rund 2.150 Menschen werden in Salzburg mit einer neuen Bezahlkarte ausgestattet, mit der Einkäufe des täglichen Bedarfs erledigt werden können. Bargeldabhebungen sind damit nicht mehr möglich – das System funktioniert ähnlich wie eine Debit- oder Kreditkarte.
Vorgesehen sind pro Person sieben Euro täglich für Essen sowie ein monatliches Taschengeld von 40 Euro. Ziel der Umstellung ist laut Land, die Verwendung der staatlichen Unterstützung besser nachvollziehbar zu machen und sicherzustellen, dass das Geld tatsächlich für den Lebensunterhalt verwendet wird.
Erprobt wurde das System bereits im Asylquartier Salzburg-Süd. Nach Angaben des Sozialressorts habe sich die Bezahlkarte im Alltag grundsätzlich bewährt. Die meisten Bewohnerinnen und Bewohner hätten das neue Modell akzeptiert, größere technische Probleme seien ausgeblieben.
Allerdings wurde im Zuge des Tests auch bekannt, dass versucht wurde, die Regelungen zu umgehen. So sollen laut Soziallandesrat Wolfgang Fürweger Mitglieder einer deutschen Hilfsorganisation dazu aufgerufen haben, mit der Bezahlkarte gekaufte Gutscheine gegen Bargeld einzutauschen, wie der ORF berichtet. Fürweger kritisierte diese Aktionen scharf und sprach von einem Versuch, das System bewusst auszuhebeln.
Das Land kündigte an, bei vergleichbaren Vorfällen künftig hart durchzugreifen. Externe Gruppen, die solche Tauschgeschäfte organisieren, müssten mit Wegweisungen und Verwaltungsstrafen rechnen. Man wolle nicht zulassen, dass die neue Regelung unterlaufen werde.
Bis Ende des Jahres sollen alle Bezieherinnen und Bezieher der Grundversorgung im Bundesland auf das neue System umgestellt sein. Für die Landesregierung steht fest: Weniger Bargeld soll Missbrauch erschweren und die staatliche Unterstützung stärker an den tatsächlichen Alltagsbedarf binden.
Ob die Bezahlkarte langfristig Akzeptanz findet oder weitere Kritik auslöst, dürfte sich zeigen, sobald sie flächendeckend im Einsatz ist.