Causa sorgt für Wirbel

Saudi-Prinz und sein Mondsee-"Hotel" – er schuldet Geld

Der frühere Mondsee-Wohnsitz von Prinz Khalid sorgt für Wirbel. Das Land leitet ein Verfahren wegen offener Beiträge ein.
Christoph Weichsler
26.02.2026, 14:45
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Am idyllischen Mondsee wird ein alter Polit-Krimi neu aufgerollt. Der einstige Ferienwohnsitz des 2021 verstorbenen Saudi-Prinzen Khalid bin Abdullah Al Saud steht wieder im Fokus. Das offiziell als "Hotel Prinz Khalid" gewidmete Anwesen beschäftigt erneut die Behörden.

Wie der ORF berichtet, hat das Land ein Verfahren zur Einhebung des Tourismusbeitrags eingeleitet. Laut Büro von Landesrat Markus Achleitner (ÖVP) läuft dazu ein bescheidmäßiges Verfahren. Für Ortstaxen oder die tatsächliche Auslastung sei das Land nicht zuständig, sehr wohl aber für den Tourismusbeitrag.

Luxus-Villa statt Hotel?

Der Kern der Debatte: Das Gebäude wurde in den 1990er-Jahren als Hotel deklariert, obwohl es laut Kritikern de facto als privater Zweitwohnsitz genutzt worden sein soll. Genau diese Widmung machte es möglich, ein ursprünglich als Grünland gewidmetes Grundstück in Bauland mit Sonderbetrieb Tourismus umzuwandeln.

Das Areal hatte keine direkte Anbindung an bestehendes Siedlungsgebiet, ohne die Hotel-Widmung wäre das Bauprojekt in dieser Form kaum realisierbar gewesen. Bis heute sorgt diese Konstruktion in der Region für Diskussionen.

Millionen flossen an die Gemeinde

Für die Umwidmung zahlte der Prinz laut früheren Berichten mehr als fünf Millionen Schilling (etwa 360.000 Euro) einmalig an die Gemeinde. Zusätzlich flossen zunächst jährlich 500.000 Schilling (36.000 Euro), später 50.000 Euro pro Jahr. Das Projekt war im Ort kein Geheimnis, sorgte aber immer wieder für Kopfschütteln.

2023 wurde die Wirtschafts- und Korruptionsstaatsanwaltschaft aktiv. Ein ehemaliger Bürgermeister musste sich wegen Amtsmissbrauchs und Geschenkannahme vor Gericht verantworten. Das Verfahren endete mit einer Diversion. Im Prozess kam heraus, dass das Projekt politisch offenbar bis hinauf zur damaligen Staatsspitze erwünscht war.

Politik hakte nach

Ende 2024 stellten die Grünen eine schriftliche Anfrage, um Klarheit über die rechtliche Situation zu bekommen. Die Gewerbeberechtigung ist seit 12. November 2024 aufrecht, Inhaber ist die Interstate Investment GmbH.

Ob nun und in welcher Höhe Tourismusbeiträge nachzuzahlen sind, muss das laufende Verfahren klären. Für das Land ist klar: Wenn ein Betrieb als Hotel geführt wird, sind auch entsprechende Beiträge fällig.

Milliardär mit Mondsee-Anwesen

Prinz Khalid war Mitglied des saudischen Königshauses und zählte zu den bedeutendsten Unternehmern seines Landes. Sein Vermögen wurde bereits in den 1990er-Jahren auf rund eine Milliarde Dollar geschätzt. International bekannt war er vor allem als Besitzer der Juddmonte-Farmen, einer der erfolgreichsten Vollblut-Zuchtstätten der Welt. Rennpferde wie Frankel oder Enable machten ihn zu einer fixen Größe im internationalen Pferdesport.

Neben Anwesen in Saudi-Arabien, Großbritannien und den USA besaß er auch das weitläufige Grundstück am Mondsee. Selbst Jahre nach seinem Tod sorgt genau dieses Anwesen nun wieder für politischen Wirbel. Vom königlichen Gestüt bis zur Villa im Salzkammergut – der Name des Saudi-Prinzen bleibt am Mondsee weiter Gesprächsthema.

{title && {title} } CW, {title && {title} } 26.02.2026, 14:45
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