Was auf uns zukommt

"Man kann nicht sagen, was am 8. Oktober kommen wird!"

Bis 7. Oktober bleibt es warm. Danach wächst die Unsicherheit – und im Süden zeichnet ein Modell sogar Neuschnee bis weit herunter.
Newsdesk Heute
02.10.2026, 20:32
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Nach spätsommerlichen Temperaturen rückt plötzlich ein mögliches Winter-Szenario in den Fokus. Noch ist Österreich fest im Griff ungewöhnlich warmer Luft, doch der Blick auf die Wettermodelle für die zweite Oktoberwoche lässt Meteorologen aufhorchen.

In einer am Donnerstagabend auf Facebook veröffentlichten Prognose erklärt Meteorologe Gerhard Hohenwarter die derzeit festgefahrene Großwetterlage. Ein kräftiges Hoch zieht sich demnach Richtung Skandinavien und Finnland zurück, während ein Tief bei Island warme Atlantikluft nach Österreich transportiert.

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Auf dessen Rückseite strömt allerdings kühlere Luft nach Süden. Gleichzeitig bringt ein weiteres Tief über Osteuropa feuchte und kalte Luft in Richtung östliches Mittelmeer. Diese Großwetterlage sorgt aktuell am warmen Mittelmeer in Südfrankreich und bei Kreta für massive Niederschläge: "Dort schüttetet es wie aus Kübeln."

Tief macht Weg nach Europa frei

Entscheidend für Österreich könnte nun die weitere Verlagerung des Island-Tiefs werden. Es wandert langsam nach Osten und verdrängt das bislang blockierende Hoch. Dadurch könnte der Weg für ein weiteres Tief frei werden, das sich derzeit noch über dem Raum Neufundland befindet.

Wie genau sich diese Wetterlage über Europa entwickelt, ist allerdings völlig offen. Möglich wäre unter anderem, dass sich ein Tief über dem Mittelmeer abspaltet. "Das ist alles sehr unsicher", betont Hohenwarter noch Donnerstagabend.

Bis 7. Oktober bleibt es noch warm

Für Salzburg zeigt der Blick auf die Temperaturentwicklung in rund 1.500 Metern Höhe zunächst noch ein relativ klares Bild. Bis einschließlich 7. Oktober soll es vergleichsweise warm bleiben, größere Niederschläge sind nicht in Sicht. Danach nimmt die Unsicherheit jedoch massiv zu.

"Und dann ist die große Frage: Was passiert am 8. Oktober?! Kommt die große Abkühlung?", erklärt Hohenwarter. Gleichzeitig sei die Bandbreite der Modellberechnungen sowohl bei den Temperaturen als auch beim Niederschlag enorm. Eine belastbare Prognose sei deshalb derzeit nicht möglich.

"Man kann nicht sagen, was am 8. Oktober kommen wird. Da müssen wir zuwarten, wie sich die nächsten Tage entwickeln.“"

Schnee bis weit herunter möglich

Noch auffälliger sind die Modellschwankungen für den Süden Österreichs. Dort zeigen einzelne Berechnungen rund um den 13. Oktober kräftige Niederschlagssignale – bei gleichzeitig deutlich sinkenden Temperaturen. Die Ausschläge einzelner Wettermodelle sind riesig.

Hohenwarter dazu: "Da hinten, am 13. Oktober, wird gleichzeitig die Temperatur auf 0 Grad in 1500 m runtergehen. Das wäre dann schon tatsächlich Schnee bis weit herunter."

Das ist allerdings ausdrücklich keine konkrete Schneeprognose. Bei einem Vorhersagezeitraum von mehr als einer Woche können sich sowohl Zugbahn als auch Stärke der Tiefdruckgebiete und damit Temperaturen und Niederschläge noch grundlegend ändern.

"Morgen schon schauen die Wetterkarten wieder anders aus. Langer Rede kurzer Sinn: Bis 7. Oktober können wir sagen, was passiert. Danach ist eine Vorhersage im Moment nicht möglich."

Noch ein Winter-Signal in den Wetterkarten

Hohenwarter ist nicht der einzige Meteorologe, der in den Langfristmodellen winterliche Möglichkeiten erkennt. Wie bereits berichtet, sieht auch der unabhängige niederländische Meteorologe Michael van der Poel ein mögliches Signal für einen deutlich kälteren Wetterabschnitt später im Oktober.

Beim amerikanischen GFS-Modell erkennt er die Möglichkeit, dass feuchte maritime Polarluft in Richtung Alpen geführt wird. Auch dieses Szenario liegt allerdings zu weit in der Zukunft. Van der Poel selbst weist darauf hin, dass noch völlig offen ist, ob dieses Signal in den kommenden Modellläufen bestehen bleibt.

Damit zeigen derzeit gleich mehrere Berechnungen Möglichkeiten für einen winterlichen Wetterumschwung im Oktober – allerdings zu unterschiedlichen Zeitpunkten und mit großer Unsicherheit.

Wochenende bringt noch bis zu 25 Grad

Von Schnee ist vorerst jedenfalls nichts zu sehen. Laut aktueller UBIMET- und UWZ-Prognose erstreckt sich am Wochenende hoher Luftdruck vom Ostatlantik bis zum Schwarzen Meer. Österreich erwartet damit überwiegend sonniges und ungewöhnlich warmes Herbstwetter. Erst zu Beginn der neuen Woche steigen durch ein Höhentief wieder die Chancen auf Wolken und Regen.

Am Samstag scheint vor allem im Osten und Süden häufig die Sonne. Im nördlichen Alpenvorland können sich Hochnebelfelder halten, im äußersten Westen sind am Nachmittag einzelne Schauer möglich. Die Temperaturen erreichen 19 bis 25 Grad.

Auch am Sonntag bleibt es im Osten und Süden nach Auflösung lokaler Nebelfelder meist sonnig. Im Westen ziehen mehr Wolken durch, über den Bergen sind einzelne Schauer möglich. Erneut werden 19 bis 25 Grad erreicht.

Der Montag beginnt vielerorts trocken und zeitweise sonnig. Im Westen und entlang der Nordalpen nimmt die Schauerneigung im Tagesverlauf etwas zu. Ob wenige Tage später tatsächlich die erste deutlich winterlichere Wetterphase des Herbstes folgt, werden damit erst die kommenden Modellläufe zeigen.

red,Akt. 02.10.2026, 20:59, 02.10.2026, 20:32