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Expertin warnt vor schwarzen Verpackungen im Supermarkt

Schwarze Plastikverpackungen aus dem Supermarkt lassen sich kaum recyceln. Eine Expertin erklärt, warum das Klima darunter leidet.
08.11.2026, 08:04
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Beim Einkauf im Supermarkt achten viele auf Bio, vegan oder saisonale Produkte. Beim Verpackungsmaterial bleibt jedoch oft wenig Auswahl.

Fast alles ist in Plastik verpackt - vom Müsli bis zur Seife. Während viele Kunststoffe recycelbar sind, stellen schwarze Plastikverpackungen ein großes Problem dar.

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Warum schwarze Verpackungen so problematisch sind

Hersteller setzen auf schwarze Verpackungen, weil sie hochwertig wirken. Flora Fliegner, Verpackungsingenieurin, bezeichnet diese Verpackungen als den "schönsten Fehlkauf fürs Klima", berichtet Der Westen.

Schwarzes Plastik kann im Recyclingprozess technisch kaum erkannt werden. Der Recyclingkreislauf schließt sich dadurch nicht.

Im Gespräch mit der Frankfurter Rundschau erklärt Fliegner: "Schwarzes Plastik ist problematisch, weil sich der Recycling-Kreislauf am Ende nicht schließt. Der aktuelle Stand ist, dass es in den Recyclinganlagen technisch nicht erkannt wird."

Technische Hürden und politische Verantwortung

Mit speziellen Pigmenten könnten Sortieranlagen zwar auch schwarzes Plastik erkennen, doch diese Technik ist kostenintensiv. Die Entsorgungsbetriebe müssten ihre Anlagen umrüsten, doch der wirtschaftliche Anreiz fehlt. "Solange es keine politischen Anreize gibt, wird niemand freiwillig investieren", warnt Fliegner weiter.

Sie sieht zudem die Gefahr von Greenwashing: "Nur weil etwas NIR-erkennbar ist, heißt das nicht, dass es tatsächlich erkannt und recycelt wird. Wenn die Sortieranlagen es technisch nicht erkennen können, kann man sich damit nicht 'freikaufen'."

NIR steht dabei für Nahinfrarot, eine Erkennungstechnik in Sortieranlagen.

Was Konsumenten tun können

Fliegner rät Konsumenten: "Es fühlt sich falsch an und es tut weh, aber schwarzes Plastik kann man eigentlich direkt in die schwarze Tonne werfen." Ihr Appell: "Wenn irgendwie möglich, weg von schwarzen Kunststoffen."

Neue EU-Verpackungsverordnung bringt Veränderungen

Seit dem 12. August gilt in Österreich die neue EU-Verpackungsverordnung (PPWR). Sie verschärft Materialvorgaben und setzt verbindliche PFAS-Grenzwerte. Ab 2030 sollen Mogelpackungen verschwinden, auch die Recyclingquoten steigen. Die Bundesregierung sieht darin einen wichtigen Schritt für mehr Kreislaufwirtschaft.

Janine Korduan vom Umweltverband BUND bleibt skeptisch: "Ein kleiner Fortschritt gegenüber dem Status quo, aber keinesfalls die dringend benötigte Verpackungswende."

Ihrer Ansicht nach setzt die Verordnung zu sehr auf Recycling am Ende der Kette. Ansätze wie Vermeidung, Mehrweg oder weniger Ressourcenverbrauch kommen laut Korduan zu kurz.

red, 08.11.2026, 08:04