Die Derby-Pleite schmerzt besonders! Die Wiener Austria setzte Tabellenführer Rapid am Sonntag phasenweise massiv unter Druck, vergab aber zahlreiche Chancen. Nach dem 0:2 bleibt Violett auf Tabellenplatz elf, liegt nur einen Punkt vor Schlusslicht Wolfsberg und ganze 23 Zähler hinter dem Rivalen.
"Wir waren richtig aggressiv. Wir haben 80 Minuten lang das Spiel gemacht", haderte Austria-Torhüter Samuel Sahin-Radlinger nach dem Schlusspfiff. "Es ist im Moment noch schwer, zu akzeptieren, dass wir das verlieren. Wir haben uns nicht belohnt."
Besonders bitter aus Sicht der "Veilchen": Nach dem Elfmeter-Gegentor durch Yusuf Demir fiel die Vorentscheidung durch ein unglückliches Eigentor von Tae-Seok Lee. Für Sahin-Radlinger ist auch das sinnbildlich für die aktuelle Situation: "Solche Tore wie das 0:2, die kriegst du, wenn du in so einer Situation bist wie wir."
Auch Trainer Max Uhlig wusste nicht recht, wie er die Leistung seiner Mannschaft einordnen sollte. "Es sind heute absolut gemischte Gefühle. Ich bin stolz auf die Leistung zwischen der 15. und 60. Minute. Aber es ist eine Derby-Niederlage, da kann man nie endgültig zufrieden sein."
Seinen Matchplan sah der Austria-Coach über weite Strecken gut umgesetzt. "Unser Plan war, heute Ballbesitzphasen einfließen zu lassen und Rapid nicht viel den Ball zu lassen." Das große Problem blieb die fehlende Durchschlagskraft vor dem gegnerischen Tor: "Die Durchbrüche sind uns ganz gut gelungen, aber wir haben zu wenige Spieler, die in die Box laufen und dort Danke sagen."
Sportdirektor Tomas Zorn stellte sich hinter den Trainer: "Ich muss die Leistung des Trainers und der Spieler loben. Es geht in die richtige Richtung."
Über Uhlig als mögliche Dauerlösung sagt Zorn: "Ich will nicht jede Woche über den Trainer sprechen. Aber: Bis dato macht Max einen guten Job." Auch Mittelfeldmann Wilhelm Vorsager nahm seine Mannschaft in Schutz: "Wir haben alles reingehaut, wir können uns wenig vorwerfen."
Die Hoffnung auf die Trendwende lebt jedenfalls. "Wir müssen im Kopf stark bleiben", forderte Sahin-Radlinger. "Mit harter Arbeit erarbeitet man sich ein bisschen das Glück zurück." Die Leistung gegen Rapid macht Mut – Punkte brachte sie der krisengebeutelten Austria allerdings erneut keine.