Im Bezirk Tulln sorgt ein Fall rund um eine Husky-Haltung für Aufregung. Der Tierschützer Tom Putzgruber, Gründer des Vereins "RespekTiere", erhebt schwere Vorwürfe gegen den bekannten und preisgekrönten "Huskyweltmeister". Laut Putzgruber seien die Huskys "stundenlang angekettet".
Der Tierschutzverein spricht von dauerhaftem Anketten der Vierbeiner auf dem Hof im Bezirk Tulln. Vereinsgründer Tom Putzgruber kann eine monatelange Dokumentation vorweisen, die auf zahlreichen Videos und Fotos jene mutmaßlichen Missstände zeigen soll. Putzgruber hat bereits eine Anzeige bei der Bezirkshauptmannschaft Tulln erstattet. Besonders spannend: "Es gab dieselben Vorwürfe schon in der Vergangenheit. Deswegen hat der Amtstierarzt Auflagen erstellt. Dem Anschein nach wurde aber nicht viel dadurch verändert!"
Besonders kritisch sieht der Tierschützer die Begründung des Hundehalters, wonach die Tiere nur für Trainingszwecke angebunden würden. Für Putzgruber ist das nicht nachvollziehbar.
Der betroffene Tierbesitzer weist die Vorwürfe im Gespräch mit "Heute" entschieden zurück. Er spricht von überzogenen und rufschädigenden Anschuldigungen: "Ja, der Amtstierarzt war da und er meinte, wir müssen die Eisenketten, an denen wir die Hunde halten, austauschen. Stattdessen sollen wir Stahlseile für die Huskys verwenden, die mit Gummi verkleidet sind." Ob das so viel besser für die Haltung ist, weiß er nicht. Nach Angaben des Halters werde bereits an der aufwendigen, kostenintensiven Umstellung gearbeitet.
Den Vorwurf, die Tiere seien stundenlang angekettet, bestreitet er aber klar. "Meine Huskys werden ein oder zwei Stunden pro Tag angekettet. Das ist aber für Trainingszwecke für das Hundeschlittenfahren. Die Tiere lernen so, in welchem Radius sie sich mit dem Schlitten bewegen können. Dass meine Hunde aber über Stunden an der Kette liegen sollen, ist an den Haaren herbeigezogen!"
Die Google-Rezensionen des Schlittenhundesportlers sind durchwegs positiv, es gibt fast ausschließlich volle Sternezahl. Nur eine Rezension mit einem von fünf möglichen Sternen fällt ins Auge: "Es bot sich ein arges Bild: Fast alle Hunde sind verängstigt, an der Kette und überall ist Dreck." Zudem würde es auch laut der Frau, die das Feedback verfasst hat, wirken, als würden die Hunde "wohl immer an der Kette gelegen haben".
Auch diese Vorwürfe bestreitet der "Huskyweltmeister": "Unsere Hunde haben keine Angst. Sie wurden schlicht so erzogen, dass sie nicht ständig bellen. Denn nur ein ruhiger Hund ist ein guter Hund. Dass es mal dreckig ist, kann vorkommen. Natürlich ist es im Garten gatschig, wenn es geregnet hat. Aber dann sind unsere Hunde unter einem Holzdach geschützt."
Einen Missstand sieht der Huskyhalter nicht: "Ich habe nichts zu verbergen, man kann jederzeit meinen Hof besuchen und sehen, wie gut es den Tieren geht. Die zig Auszeichnungen als Europa- und Huskyweltmeister bestätigen mich darin, dass ich gute Arbeit leiste und gut mit meinen Hunden umgehe."
Auf "Heute"-Anfrage bestätigt die Bezirkshauptmannschaft Tulln eine Anzeige von Putzgruber. Es heißt: "Die betreffende Tierhaltung ist der Behörde bekannt und wurde bereits in der Vergangenheit wiederholt, teils auch unangekündigt, durch den Amtstierarzt überprüft." Neuen Hinweisen werde nachgegangen, "vorerst bleibt das Ergebnis der laufenden amtstierärztlichen Erhebungen abzuwarten".